5 Grippe-Mythen auf dem Prüfstand

Jedes Jahr im Jänner und Februar hat die Grippe Hochsaison.

Jedes Jahr im Jänner und Februar hat die Grippe Hochsaison.

Die nächste Grippewelle kommt bestimmt. Kann man sich mit einer Impfung davor schützen? Was kennzeichnet die echte Grippe? Und ist sie wirklich nur für ältere Menschen gefährlich? Wir haben nachgefragt.

Mythos 1: Jeder, der sich ansteckt, wird krank

Falsch! Die zwei Wege der Infektion: Während bei der Schmierinfektion direkter Kontakt mit erkrankten Personen oder kontaminierten Gegenständen der Auslöser ist, werden
bei der Tröpfcheninfektion die Erreger über die Atemluft – durch Niesen und Husten entsteht ein sogenanntes infektiöses Aerosol – eingeatmet.
Aber: Nicht jeder, der infiziert ist, wird tatsächlich krank. Lediglich 20 Prozent der Menschen, die Erregerkontakt hatten, erkranken tatsächlich. In den meisten Fällen schafft es das Immunsystem, mit den Viren fertig zu werden. Ist das nicht der Fall und gelangen die Eindringlinge in den Organismus, liegt die Inkubationszeit bei wenigen Stunden bis zu drei Tagen.

Mythos 2: Wer geimpft ist, wird nicht krank

Falsch! Richtig ist, dass die Grippe­impfung mit einem Schutz von 70 bis 90 Prozent die beste Präventivmaßnahme im Kampf gegen die Grippe ist. Allerdings wirkt der Impfstoff nur gegen die aktuell kursierenden, von der Weltgesundheitsorganisation identifizierten Virustypen. Da die Influenzaviren – insbesondere jene vom Typ A – regelmäßig mutieren und ihre Oberflächenstruktur verändern, kann es trotz Schutzimpfung zu einer Infektion kommen.

Mythos 3: Antibiotika helfen gegen Grippe

Falsch! Da es sich bei der Grippe um eine Virusinfektion handelt und Antibiotika ausschließlich bei bakteriellen Infektionen helfen, ist die Wirksamkeit bei Influenza ausgeschlossen zum Einsatz kommen sogenannte Virostatika. Kommt es allerdings durch das geschwächte Immunsystem zu einer bakteriellen Subinfektion wie beispielsweise einer Lungenentzündung, kann eine Antibiotikagabe notwendig sein.

Mythos 4: Die Grippe bekommt man nur einmal im Leben

Falsch! Da sich Grippeviren in ihrer Beschaffenheit ständig verändern, kann es laufend zu einer erneuten Infektion kommen. Die vorhandenen Antikörper der spezifischen Immunabwehr sind bei Virusmutationen nicht wirksam. Übrigens: Aus genau demselben Grund empfiehlt der Impfplan auch eine jährliche Grippeimpfung.

Mythos 5: Die Grippe ist für junge Menschen ungefährlich

Falsch! Die Grippe stellt zwar insbesondere für ältere oder immunschwache Menschen und chronisch kranke Personen eine erhöhte Gefahr dar, kann allerdings auch jungen Menschen gefährlich werden – insbesondere dann, wenn die Grippe übergangen und nicht entsprechend auskuriert wird. Dadurch kann es zu sogenannten Subinfektionen kommen, die bei einer Grippe nicht selten das Herz betreffen. Kommt es in jungen Jahren zu einer Herzmuskelentzündung, kann das Herz auf Lebzeiten Schaden nehmen.

Der Experte:

Prim. Doz. Dr. Peter Peichl, MSc, FA für Innere Medizin und Immunologe, www.peichl-peter.at

Prim. Doz. Dr. Peter Peichl, MSc

Prim. Doz. Dr. Peter Peichl, MSc

Weitere Grippe-Mythen lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von Lust aufs LEBEN (Dezember 2018-Jänner 2019).