Hab ich genug? 7 Fakten über Eisenmangel

Viele Frauen leiden an Eisenmangel.

Viele Frauen leiden an Eisenmangel.

Was Sie unbedingt über Eisenmangel wissen sollten.

1. Eisenmangel

ist weltweit die häufigste Mangelerscheinung. Auch in Österreich ist etwa jede 4. Frau davon betroffen. Eisen kommt in fast jeder Zelle unseres Körpers vor und ist maßgeblich an vielen Körperfunktionen beteiligt.

2. Ständig erschöpft?

„Die Gesichter des Eisenmangels sind vielfältig. Sie reichen von ständiger Müdigkeit über Schwindel bis zu depressionsartigen Verstimmungen, von Schlaflosigkeit bis zu Tinnitus, von Kopfschmerz bis zu Konzentrationsschwierigkeiten“, erklärt Dr. Anke Gasche, Ärztin für Allgemeinmedizin und Gründerin des Medizinischen Kompetenzzentrums Loha for Life, das sich seit vielen Jahren intensiv mit der Eisenmangeltherapie beschäftigt.

3. Körperliche Merkmale sind:

Haarausfall bzw. dünnes, stumpfes Haar, entzündete Mundwinkel und eine glatte Zunge. Das quälende Restless-Legs-Syndrom kann ebenso durch Eisenmangel verursacht werden. Für die Diagnose ist eine einfache Blutabnahme mit Hämoglobin- und Ferritinbestimmung notwendig. Der Ferritinwert gibt Auskunft, wie es um Ihren Eisenstatus steht und ob der Eisenspeicher aufgefüllt werden muss.

4. Was sind die Ursachen?

Die Ursachen sind vielfältig. Schon scheinbar normale Situationen können einen Eisenmangel auslösen, wie etwa eine stärkere Menstruation bei der Frau, eine Umstellung der Ernährung (etwa auf vegetarische oder vegane Kost) oder gesteigerte sportliche und körperliche Betätigung mit damit verbundenem Schweißverlust. Aber auch Krankheiten wie Zöliakie oder Entzündungen des Magen-Darm-Traktes können durch mangelnde Eisenaufnahme aus der Nahrung bzw. vermehrten Blutverlust einen Eisenmangel hervorrufen.

5. Helfen Tabletten?

„Da die weit verbreiteten Eisentabletten nicht von jedem Patienten gut vertragen werden und nicht immer den gewünschten Effekt erzielen, setzt die moderne Medizin bei diesen Patienten auf gut verträgliche und schnell wirkende Gaben von Eisen, die direkt in die Vene verabreicht werden“, so Eisenexpertin Dr. Gasche. Mit diesen Eiseninfusionen wird sichergestellt, dass die benötigte Menge Eisen zu fast 100 Prozent im Körper ist. Eines der modernen Präparate am Markt heißt „Ferinject“, es ist in jeder Apotheke unter Vorlage eines Rezepts erhältlich. Mit ihm kann der Eisenmangel in den meisten Fällen mit ein bis zwei kurzen Sitzungen behoben werden.

6. Wie fülle ich leere Speicher auf?

Das Eisen in unserer Nahrung kann nur zu einem sehr geringen Teil vom Körper aufgenommen werden. Bei vegetarischer oder veganer Ernährung ist der resorbierte Anteil noch einmal kleiner als bei Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs. Der Konsum von Kaffee, Tee und Rotwein setzt die Aufnahme weiter herab. Verbessert wird die Aufnahme von Eisen durch die gleichzeitige Einnahme von Vitamin C.

7. Wohin kann ich mich wenden?

Eiseninfusionen werden nicht in jeder Arztpraxis angeboten. Ein Besuch bei einem spezialisierten Arzt ist empfehlenswert. Alles rund um das Thema Eisen, Eisenmangel und dessen Therapie finden Sie auch unter www.eisencheck.at und unter www.eisenkompetenz.at. Ein österreichweites Netzwerk an auf Eisenmangel spezialisierten Medizinerinnen und Medizinern finden Sie ebenfalls dort. Diese bieten eine genaue Abklärung und persönliche Beratung an. Sie sind selbstverständlich auch auf die Verabreichung von Eiseninfusionen eingerichtet.

Die Expertin:

DR. ANKE GASCHE, Ärztin für Allgemeinmedizin und Gründerin des Zentrums „Loha for Life“. www.lohaforlife.at

Dr. Anke Gasche

Dr. Anke Gasche

Was Sie sonst noch über Ihre Gesundheit wissen sollten, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von Lust aufs LEBEN (Dezember 2016/ Jänner 2017).