Gesund mit der Alpenkräuterapotheke

Die Bauerndoktoren aus dem Aplenraum nutzen schon immer die Heilkräfte der Kräuter.

Die Bauerndoktoren aus dem Aplenraum nutzen schon immer die Heilkräfte der Kräuter.

Die Bauerndoktoren aus dem Alpenraum nutzten schon immer die Heilkräfte der Kräuter und haben einen Schatz an wertvollen Hausmitteln hinterlassen. Ein Apotheker aus Wien hat das alte Wissen gesammelt, gesichtet und geprüft. Hier verrät er, wie Sie mit einfachen Rezepten die Nerven stärken können.

Die Behandlung neurologischer Erkrankungen ist eine Errungenschaft des 20. Jahrhunderts. So hatte die Volksheilkunde etwa gegen Epilepsie („Fallsucht“) wenig auszurichten. Oft wurde versucht, durch beruhigende und krampflösende Heilpflanzen eine Besserung der Symptome zu erreichen. Eines der bekanntesten Beruhigungsmittel ist Baldrian. Tee und alkoholische Auszüge der Wurzel werden bei Nervosität, Schlafproblemen, Albträumen oder Migräne getrunken. Für die Wirkung sind vor allem sogenannte Valepotriate verantwortlich. Sie wirken dämpfend auf das zentrale Nervensystem. Gleichzeitig wirkt Baldrian ausgleichend auf die Psyche. Dadurch eignet er sich auch bei Prüfungsangst: Angst und Unruhe werden gedämpft, gleichzeitig aber wird die Konzentration erhöht.

Schlechte Gedanken vertreibt Johanniskraut. Als Tee wird die Pflanze in der Volksmedizin bei Verstimmungen, Schlaflosigkeit, Unruhe, Erschöpfungszuständen oder nervösen Kopfschmerzen empfohlen. Der Ölauszug soll als Einreibung bei Schlaflosigkeit, Migräne oder Nervenschmerzen helfen. Die antidepressiven Effekte des Johanniskrautextrakts wurden mittlerweile wissenschaftlich bestätigt. Das Extrakt dürfte Botenstoffe wie Serotonin, Noradrenalin und Dopamin (die sogenannten „Wohlfühlhormone“) im Gehirn erhöhen. Johanniskrautzubereitungen wirken zudem leicht angstlösend und beruhigend. Zur Behandlung von leichten bis mittelschweren Depressionen werden Fertigpräparate mit einem gleichbleibenden Gehalt von 300 mg bis 900 mg empfohlen.

BALDRIANTINKTUR GEGEN SCHLAFSTÖRUNGEN

ZUTATEN: 10 g getrocknete Baldrianwurzel; 100 ml 40- bis 50%iger Alkohol.
ZUBEREITUNG: Die getrocknete Wurzel mit dem Alkohol übergießen und gut verschlossen für 4 Wochen an einen dunklen Ort stellen. Anschließend die Lösung in eine saubere Flasche abfiltrieren. Die Baldriantinktur ist 2 Jahre haltbar. Man nimmt bei Unruhezuständen und Schlafstörungen bis zu 3-mal täglich 1 bis 2 ml (20 bis 30 Tropfen) verdünnt in etwas Wasser zu sich.

SCHLAFTEE NACH HANS NEUNER

ZUTATEN: 20 g Johanniskraut; 10 g Bitterklee; 10 g Brombeerblätter; 20 g Frauenmantel; 20 g Hopfen; 10 g Schafgarbe; 10 g Schlüsselblumen.
ZUBEREITUNG: Mittags und abends je eine Tasse Tee trinken. Pro Tasse 1 Esslöffel der Teemischung verwenden und 10 Minuten ziehen lassen.

Buchtipp:

„Die Alpen-Apotheke“ von Arnold Achmüller. Knaur, um € 16,99.

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Weitere Rezepte finden Sie in der aktuellen Ausgabe von Lust aufs LEBEN (September 2017).