"Gesünder und vitaler mit Intervall-Fasten!"

Studien bestätigen eine positive Auswirkung von Intervallfasten auf die Gesundheit auch bei langfristiger Anwendung.

Studien bestätigen eine positive Auswirkung von Intervallfasten auf die Gesundheit auch bei langfristiger Anwendung.

Filmemacher P. A. Straubinger betreibt seit neun Jahren Intervallfasten. Die Anti-Aging-­Effekte der Methode sind wissenschaftlich belegt: 2016 gab es für die Erforschung der Autophagie (Reinigungsprozess in den Zellen) den Medizin-Nobelpreis. Wir haben nachgefragt ...

Intervallfasten ist DER Abnehm-Trend: Nach acht Stunden, in denen man sich ausgewogen ernährt, wird 16 Stunden lang nichts gegessen (nur Wasser oder ungesüßter Tee getrunken). Studien bestätigen eine positive Auswirkung auf die Gesundheit auch bei langfristiger Anwendung: Reduktion des Körpergewichts, Regulation von Bluthochdruck.

Wie oft betreiben Sie Intervallfasten?

P. A. Straubinger: Ich betreibe 16/8 und zwar täglich. Also 16 Stunden Fasten; 8 Stunden darf ich essen, so viel ich will. An diesen Rhythmus hat sich mein Körper mittlerweile gut gewöhnt und es fällt mir wirklich leicht. Ich lasse das Frühstück weg und darf dafür mittags und abends essen. In den 16 Fastenstunden verspüre ich in der Regel keinerlei Hungergefühle. Wenn doch, trinke ich ungesüßten Tee oder schwarzen Kaffee – das ist ja erlaubt.

Warum haben Sie damit begonnen?

Straubinger: Ich habe 2008 im Zuge meiner filmischen Recherchearbeit erstmals von Autophagie gehört – und dass nach 12 bis 14 Stunden Fasten dieser wunderbare Reinigungsprozess in den Zellen beginnt. Mir war damals gar nicht bewusst, dass es „Intervallfasten“ ist, was ich da täglich mache. Später bin ich auf den wissenschaftlich besser abgesicherten 16/8-Rhythmus umgestiegen.

Welche Effekte bemerken Sie?

Straubinger: Im ersten Moment klingt es paradox, aber in den Fastenphasen fühle ich mich energiegeladener, wacher und meistens auch glücklicher als in den Essensphasen, die neben dem Genuss ja auch eine gewisse Schwere und Trägheit ins Leben bringen. Ich habe den Eindruck, dass ich durch das tägliche Intervallfasten gesünder und vitaler bin. Das ist natürlich ein subjektiver Eindruck. An Modellorganismen und in Tierversuchen hat man aber gesehen, dass der Alterungsprozess durch die fastenbedingte Aktivierung der Autophagie um bis zu 30 Prozent verlangsamt wird und viele Krankheiten bis zu Alzheimer und Krebs verhindert werden können.

War es anfangs schwierig?

Straubinger: Anfangs ist es eine kleine Umstellung. Es ist ja nicht der physische Energiemangel, der Schwierigkeiten bereitet, sondern dass wir scheinbar auf „emotionale Belohnungen“ verzichten müssen. Hier gibt es aber zahlreiche mentale Tricks, die helfen, wie etwa Meditation oder Achtsamkeitsübungen.
In unserem neuen Buch widmen wir uns ganz intensiv der Frage, wie wir diese gesundheitsförderlichen Routinen mit Leichtigkeit in den Alltag integrieren. Auf Dauer funktioniert Intervallfasten ja nur, wenn es leicht geht und Freude bereitet.

Essen Sie abseits der Fastenzeiten „normal“?

Straubinger: Ja – so viel ich will, aber bewusst. Wenn wir täglich in den Fastenzustand der Autophagie kommen, kann unser Körper mit kleinen Ernährungssünden auch besser umgehen und wir neigen weniger zu Übergewicht. Im Mäuseversuch hat sich gezeigt, dass die exakt gleiche Menge und Art an Nahrung bei den Tieren, die sie nur in einem Zeitfenster von acht Stunden
zu sich nahmen, keine schädlichen Wirkungen hervorrief, während die Kontrollgruppe, die die Nahrung über die ganze Wachphase zu sich nahm, Übergewicht und Diabetes entwickelte – obwohl die Kalorienmenge exakt gleich war.

Wem empfehlen Sie Intervallfasten und wem nicht?

Straubinger: Ich empfehle es allen gesunden Menschen. Wer Krankheiten hat oder Medikamente nehmen muss, sollte das unbedingt mit dem Arzt abklären. Das gilt auch für schwangere oder stillende Frauen. Ansonsten tut es sicher jedermann und jederfrau gut.

Der Experte:

P. A. Straubinger ist erfolgreicher Filmemacher, Ö3-Filmexperte und Meditationstrainer. Er beschäftigt sich seit rund zwei Jahrzehnten mit dem Thema Fasten.

P. A. Straubinger

P. A. Straubinger

Buchtipp:

P. A. Straubinger, Margit Fensl, Nathalie Karré: Der Jungbrunnen-Effekt. Wie 16 Stunden FASTEN Ihr Leben verändert. Kneipp, um € 22,–.

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