Ist Meditieren eine echte Behandlungsalternative bei Migräne?

Ist Meditieren eine echte Behandlungsalternative bei Migräne?

Eine Studie zeigt die Wirksamkeit der Achtsamkeitsmeditation.

Wer eine funktionierende Prophylaxe hat, sollte sie sicher nicht spontan durch Meditation ersetzen. Wem dieser Ansatz als ergänzende Therapie über längere Zeit spürbar hilft, kann aber womöglich mit dem behandelnden Arzt eine Anpassung von Medikament oder Dosierung besprechen.

Eine chronische Migräne, bei der Patienten an mindestens 15 Tagen im Monat an Kopfschmerzen zum Teil mit Migränesymptomen leiden, lässt sich noch schwerer behandeln, wenn zu häufig Schmerzmittel eingenommen werden. Dann entwickelt sich ein kaum zu durchbrechender Teufelskreis aus Schmerz, Arzneimitteleinnahme und medikationsbedingtem Schmerz. Ein alternativer, nichtpharmakologischer Behandlungsansatz ist daher gerade bei chronischer Migräne von großer Bedeutung. Dr. Grazzi und Kollegen vorwiegend italienischer Institute untersuchten daher über ein Jahr hinweg die Wirksamkeit der Achtsamkeitsmeditation auf den Schmerz bei chronischen Migränepatienten und verglichen diese mit gängigen vorbeugenden Medikamenten.

Meditieren wirkt

Zusammenfassend zeigte diese Studie, dass Patienten mit chronischer Migräne mit Medikamentenübergebrauch im Anschluss an einen Medikamentenentzug sowohl mit Medikamenten zur Migräneprophylaxe als auch fast gleichwertig mit dem alternativen Ansatz der Achtsamkeitsmeditation behandelt werden könnten. Der langfristige Effekt der alternativen Methode erlaubt es damit womöglich, genauso wie die pharmakologische Therapie, die Kopfschmerzhäufigkeit so sehr zu reduzieren, dass die Patienten nicht nur weniger beeinträchtigt sind, sondern sogar von der chronischen Form der Migräne befreit werden könnten. Wer eine funktionierende Prophylaxe hat, sollte sie sicher nicht spontan durch Meditation ersetzen. Wem dieser Ansatz als ergänzende Therapie über längere Zeit spürbar hilft, kann aber womöglich mit dem behandelnden Arzt eine Anpassung von Medikament oder Dosierung besprechen.

Quelle: DeutschesGesundheitsPortal / HealthCom