Warum Kaffee gut für unser Herz ist

Kaffee ist gesünder als sein Ruf vermuten lässt.

Kaffee ist gesünder als sein Ruf vermuten lässt.

Eine Tasse Kaffee morgens verleiht Betroffenen den nötigen Schwung. Aber ist Kaffee auch bei Bluthochdruck gesund? Aktuelle Forschungsergebnisse, Trends und Kaffee-Typen finden Sie hier.

Warum Kaffee gut für unser Herz ist

Wer unter niedrigem Blutdruck leidet, weiß es: eine Tasse Kaffee morgens verleiht Betroffenen den nötigen Schwung. Aber ist Kaffee auch bei Bluthochdruck gesund? Aktuelle Forschungsergebnisse meinen: ja. Erstens, weil Kaffee-Trinken meist ein entspannendes Ritual ist – und Stress einer der Hauptursachen für zu hohe Blutdruckwerte. Dies könnte die zunächst Blutdruck steigernde Wirkung von Kaffee zumindest abschwächen.

Das Verblüffende ist aber: Gerade bei langjährigen Kaffeetrinkern steigt der Blutdruck nach dem Genuss von Kaffee kaum noch an. Und: Langzeit-Kaffee-Liebhaber sind seltener von Arterienverkalkung betroffen als Nicht-Kaffeetrinker. Fazit: wer moderat Kaffee trinkt, senkt durch elastischere Gefäße sein Risiko für Herzkreislauf-Erkrankungen.
Der Cholesterinspiegel bleibt von Kaffeegenuss weitgehend unbeeinflusst. Nur bei ungefiltertem Kaffee kann er etwas ansteigen. Wer hier ganz auf der sicheren Seite sein möchte, trinkt also am besten Filterkaffee, rät auch der Münchner Ernährungswissenschaftler Dr. Malte Rubach in seinem aktuellen Ratgeber „Kaffee Apotheke. Die Bohne für mehr Gesundheit“ (erschienen bei Knaur MensSana).

Kaffee-Apotheke, Malte Rubach, Knaur MensSana Verlag, um € 17,50.

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Kennen Sie schon die neuen Kaffee-Trends?

Ständig entstehen neue Kaffee-Trends, die sich mehr oder weniger lange halten. Lassen Sie sich von diesen neuen Ideen inspirieren:

  • Mikro-Röstereien
    Neues Bewusstsein für qualitativen Kaffee: Mikro-Röstereien verarbeiten weniger Rohbohnen als große Röstereien und kooperieren oft mit Direktimporteuren. Kleine Mengen werden dabei mit hoher Handwerkskunst geröstet, was zu einem besonders feinen Aroma führt. Auf Grund der kleineren Mengen können Mikro-Röstereien mit ausgewählten Kaffeeanbauern in den Herkunftsländern fair zusammenarbeiten. Vorteil: größere Transparenz für den Kunden.
    Zwei Tipps für Wien : Wiener Rösthaus im 8. Bezirk oder The Pelican Coffee Company im 9. Bezirk.
  • Cold Brew & Cold Drip Coffee
    Beide werden mit kaltem Wasser (zwischen 5°C und Raumtemperatur) zubereitet. Beim Cold Brew wird das Kaffeepulver mit Wasser vermischt, abgedeckt und mehrere Stunden ziehen gelassen. Schmeckt eher süßlich-karamellartig, während Cold Drip Coffee eine eher bittere Note hat. Bei letzterem wird das Wasser tröpfchenweise in ein Gefäß mit Kaffeepulver geleitet.
    Rezept für Cold Brew Coffee zu Hause : etwas grob gemahlenes Kaffeepulver in einem Gefäß mit der vier- bis fünffachen Menge an kaltem Wasser aufgießen. 12 Stunden bedeckt ziehen lassen und dann zwei Mal durch einen Filter sieben. Zum Schluss 50 bis 100 ml des Kaffees mit Milch, Zucker und Eiswürfel genießen. Alternative: eine Kugel (Vanille-)Eis in den Kaffee geben!
  • Bullet Proof Cooffee
    Er soll wach machen, lange sättigen und so beim Abnehmen helfen: Bulletproof Coffee ( „kugelsicherer Kaffee“) ist Filterkaffee, der mit jeweils ein bis zwei Esslöffeln Butter (Ghee oder Kokosöl) angereichert wird. Das fettreiche Getränk soll das tägliche Frühstück ersetzen und Energie zum Bäume ausreißen verleihen. Hintergrund: Der US-Unternehmer und Biohacker Dave Asprey trank 2004 beim Bergsteigen in Tibet seinen Tee mit Yakutter und fühlte sich satt und energiegeladen. Er brachte diese Idee mit nach Silicon Valley und erfand dort den Bulletproof Coffee. Er nahm stark ab und hatte auch bessere Blutwerte. Wissenschaftlich belegt sich die Gesund-Benefits des fettreichen Kaffeegetränks bislang nicht und auch an den Geschmack wird man sich gewöhnen müssen. Dennoch schwören bereits viele Menschen auf den Drink als Frühstücksersatz.
    Rezept zum Selbermachen : 1 bis 2 Esslöffel Butter, Ghee (im Reformhaus) oder Kokosöl in eine Tasse frisch gebrühten Kaffee geben und alles im Mixer schaumig schlagen. Wird ohne Zucker getrunken!

Im Check: Vier Kaffee-Typen

Die Salzburger Wirtschaftspsychologin Dr. Sabine Schneider beobachtet gerne das Kaffeetrinkverhalten von Menschen, mit denen sie beruflich zu tun hat. Für „Lust aufs LEBEN“ hat sie in Anlehnung an die Typologien nach Jung und Freud vier verschiedene Typen analysiert:

  • 1. Der toughe, dominante Manager ist oft der „quick & dirty“ Kaffee-Typ. Er bevorzugt seinen Kaffee kurz, schwarz, heiß und schnell. Daheim genügt ihm eine kleine Espresso-Maschine.
  • 2. Der eher extrovertierte „Beziehungsmanager“ ist ein hervorragender Netzwerker und der klassische Cappuccino-Typ. Was er mag: gemeinsam eine schöne Tasse Kaffee trinken, die aktuellen Belange besprechen und dazu noch ein paar Kekse essen.
  • 3. Der sehr strukturierte, analytische Typ trinkt gerne einen Verlängerten. Und bewahrt sich so auch stets die Flexibilität, ob er ihn diesmal lieber mit Milch und Zucker, oder eben ohne trinkt ¬ je nach Situationsanalyse des aktuellen Status quo.
  • 4. Und der eher sensible, überall beliebte Kümmerer-Typ bevorzugt eine große Tasse Café au laitEr nimmt sich immer immer genügend Zeit für alle Anliegen der anderen und will mit dem Milchgetränk selbst auch gleich was für das eigene Seelenwohl tun.

Die Expertin:

Dr. Sabine Schneider, Wirtschaftspsychologin in Wien und Salzburg.
www.dr-sabine-schneider.at
www.facebook.com/gluecklicherleben

Dr. Sabine Schneider

Dr. Sabine Schneider