Rückblick: Das hat Gesundheitsforscher 2018 bewegt

Rückblick: Das hat Gesundheitsforscher 2018 bewegt

Diese Erkenntnisse hat die Wissenschaft heuer zu wichtigen Gesundheitsthemen getroffen.

Das Jahr 2018 steht nicht gerade im Zeichen des Verzichts: Nicht nur Rauchen, sondern auch Übergewicht hat ein massives Gesundheitsrisiko sowie eine erhöhte Mortalität zur Folge. Was die Psyche betrifft, ist die Gesellschaft vor Herausforderungen gestellt, um Depressionen und Suizidgedanken ein Ende zu setzen. Auch muss der Mensch weiter an sich arbeiten, um auch Faktoren wie der Umweltzerstörung an den Leib zur rücken. Einen Hoffnungsschimmer in dieser trostlosen Bilanz bietet immerhin die Wissenschaft, die Krebs und Co den Kampf ansagt.

Übermaß schädigt die Gesundheit

Nicht nur Männer fallen dem Laster des Rauchens zum Opfer: Die Todesfälle aufgrund von Lungenkrebs nehmen auch bei Frauen weltweit zu. Laut der Universitat Internacional de Catalunya wird die weltweite Sterblichkeit bei Lungenkrebs zwischen 2015 und 2030 um 43 Prozent zunehmen. Nicht nur Frauen, sondern auch junge Mädchen sind von diesem gefährlichen Trend betroffen: Diese greifen einer Studie der University of Waterloo zufolge zur Zigarette oder Flasche, um ihre schlanke Figur zu halten. Dennoch sollten sich werdende Mütter hier wirklich zurückhalten, da sie das Gehör ihrer heranwachsenden Kinder schädigen können.
Wer nicht auf Medikamente vertraut, kann sich auch unter die Fittiche der Technik begeben, wenn es um die Raucherentwöhnung geht. Wissenschaftler der Case Western Reserve University statten Raucher mit einem Bewegungssensor aus, durch den Nutzer personalisierte Nachrichten erhalten, die ans Gewissen appellieren. Nicht nur Lungenkrebs ist eine Folgeerscheinung des Rauchens, auch COPD gehört dazu. Diesem Problem haben sich Forscher des Ottawa Hospitals mithilfe eines Tools, der "Ottawa COPD Risk Scale", angenommen. Technikaffine Personen können überdies auch ihr Herzalter sowie das Risiko einer Herzerkrankung mittels Online-Gesundheitsrechner bestimmen.

Auch der maßlose Genuss hat verheerende Folgen für die Gesundheit. So ist Fettleibigkeit bei Kindern in den USA für rund ein Viertel aller Asthma-Fälle verantwortlich. Neben Asthma kann auch ein Hüftleiden bei Kindern aus dem Übergewicht resultieren. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der University of Liverpool. Für das Übergewicht verantwortlich ist neben vielen anderen Faktoren auch das Internet, dessen Werbungen Kinder im Vergleich zu jenen, die weniger häufig online sind, doppelt so oft zum Konsum von Fertignahrung anregen. Die Mundflora eines Kindes zeigt erste Warnsignale, die auf eine Fettleibigkeit hindeuten.

Medizin erzielt Durchbrüche

Trotz aller Laster gibt es auch Lichtblicke. So zeigt die Krebsforschung massive Fortschritte in puncto Früherkennung und Behandlung. Ein neuer Bluttest macht Bauchspeicheldrüsenkrebs schon im Frühstadium erkennbar. Auch für die Feststellung von Myelomen haben Forscher der University of Oxford einen einfachen Bluttest entwickelt, der Hausärzten bahnbrechende Diagnosemöglichkeiten verleiht. Hinsichtlich der Behandlung ist vor allem die individuelle Immuntherapie ein Meilenstein. Auch die Deaktivierung des Eiweißes BRD4, das an der Krankheitsentstehung beteiligt ist, kann verschiedene Krebsarten stoppen, wie italienische Wissenschaftler herausgefunden haben.

Neben der Krebsforschung gibt es auch im Bereich neurodegenerativer Erkrankungen, wie Parkinson und Alzheimer, große Fortschritte. Wie deutsche Forscher gezeigt haben, führt das Eiweiß Alpha-Synuclein zu einem Stau im Gehirn, wodurch es zur Entstehung von Parkinson kommt. Wissenschaftlern des Georgetown University Medical Centers ist es zudem gelungen, den für die Erkrankung charakteristischen Klumpen des Proteins Alpha-Synuclein im Gehirn abzubauen, statt ihn lediglich aufzulösen. Was die Behandlung von Alzheimer anbelangt, so trägt eine Kur mit niedrig dosiertem Aspirin zur Auflösung jener Plaques bei, die maßgeblich an der Krankheit beteiligt sind. US-Forscher haben überdies einen Test entwickelt, durch den Alzheimer an den Augen ablesbar wird.

Psyche unter Druck

Die physische Ebene interagiert oft mit der psychischen: So haben Depressive einen vergrößerten Hypothalamus, wie deutsche Forscher herausgefunden haben. Das könnte erklären, warum viele Betroffene einen erhöhten Spiegel des Stresshormons Cortisol aufweisen und sich dauerhaft angespannt fühlen. Die Einnahme der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA könnte in der Behandlung von Depressionen einen massiven Erfolg erzielen. Wer jedoch nicht auf Medikamente setzt, kann laut Studien auch einfach früher aufstehen. Laut Forschern der University of Colorado Boulder zufolge wappnen sich insbesondere Frauen auf diese Weise vor Depressionen.