Sinkt das Allergierisiko, wenn Kinder mit einem Hund aufwachsen?

Ein Hund im Haushalt senkt neueren Studien zufolge das Allergierisiko.

Ein Hund im Haushalt senkt neueren Studien zufolge das Allergierisiko.

In jüngsten Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass das Aufwachsen mit Hund und/oder Katze vor Sensibilisierung, Asthma und Allergien schützt.

Der Schutzeffekt hängt unter anderem von der Kontaktintensität ab: je mehr und je näher, desto besser. Offenbar trifft der Mensch dann nicht nur auf Allergene des Tieres, sondern auch auf Mikroben wie Bakterien, Viren und Parasiten, die das Tier mitheimschleppt. Diese trainieren das Immunsystem und bewirken einen Schutz vor Asthma und Allergien („Mini-Farm-Effekt“). Diskutiert wird noch, ob auch Katzen (ohne Hund) einen Schutzeffekt haben. Fest steht: In Haushalten mit Katzen gibt es wesentlich weniger Mikrobenreichtum als in jenen mit Hunden.

Doch nicht nur die Haustierhaltung ist ausschlaggebend, ob (Lebensmittel-)Allergien und Asthma entstehen. Die 5D-Hypothese zeigt die fünf wichtigsten Einflussfaktoren für Allergieentstehung auf:

  • 1. Dirt: Kontakt mit Mikroben und mikrobiellen Produkten, insbesondere „guten“ Bakterien, ist wichtig, um das Immunsystem früh zu trainieren.
  • 2. Dog: Zusammenleben und Aufwachsen mit Hunden (am besten während der Schwangerschaft) schützt das Kind vor Allergien. Ursache ist vermutlich der Kontakt mit Mikroben, die über den Hund in den Haushalt gebracht werden.
  • 3. Dry Skin: Intakte Haut schützt.
  • 4. Diet: Optimale Zusammensetzung der Ernährung.
  • 5. Vitamin D muss ausreichend vorhanden sein.

Die Expertin:

Assoc. Prof. DDr. Isabella Pali, Ernährungswissenschafterin, Allergieforscherin, Komparative Medizin am Messerli Forschungs­institut, VetMedUni und MedUniWien.

Assoc. Prof. DDr. Isabella Pali

Assoc. Prof. DDr. Isabella Pali