Wissenswertes über Teebaumöl und seine Anwendungen

Teebaumöl wird aus den Blättern verschiedener Bäume und Sträucher gewonnen.

Teebaumöl wird aus den Blättern verschiedener Bäume und Sträucher gewonnen.

Den meisten Menschen ist das ätherische Öl des Teebaums entweder pur in der Flasche oder als Inhaltsstoff für zahlreiche Kosmetika bekannt. Wo das Pflanzenöl herkommt und wie es als Hausmittel richtig angewendet wird.

Was ist Teebaumöl?

Teebaumöl kommt aus Australien. Es wird jedoch nicht nur vom australischen Teebaum, sondern auch aus den Blättern verschiedener Bäume und Sträucher gewonnen, die als Teebäume bezeichnet werden. Diese Bäume und Sträucher gehören zwar verschiedenen Gattungen an, gehören aber alle zur Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae). Ihr Name stammt aus dem 18. Jahrhundert. Zu dieser Zeit wurde noch Tee aus den Blättern dieser Bäume und Sträucher gebraut.

Teebaumöl besteht aus ätherischen Ölen und hat insgesamt ca. 100 Inhaltsstoffe. Es ist klar bis leicht gelb und Sie erkennen es an seinem charakteristisch-holzigen Geruch. Das Öl gibt es in Drogerien, im Reformhaus und in Apotheken zu kaufen. Beim Kauf sollte für die beste Qualität darauf geachtet werden, dass es zu 100 Prozent naturrein und Bio-zertifiziert ist.
Schon für die Ureinwohner Australiens hatten Teebäume eine besondere Bedeutung für die Gesundheit. Die Aborigines nutzten die Blätter dieser Pflanzen, um Erkrankungen zu behandeln. Hierzu kochten sie die Blätter in Wasser und atmeten den dabei entstehenden Dampf ein. Auch als Wundauflage wurden die Blätter verwendet.

Wie wirkt Teebaumöl?

Teebaumöl wirkt antimikrobiell und bekämpft Bakterien und Pilze. Es wirkt daher reinigend, desinfizierend und entzündungshemmend. Das Öl wird aufgrund dieser Eigenschaften in der Medizin benutzt, um Krankheiten wie Akne oder Neurodermitis zu behandeln. In diesen Fällen beruhigt es die Haut der Betroffenen und verhindert die Entstehung von Mitessern oder Pickeln, indem es die Fettproduktion der Haut reguliert. Bei regelmäßiger Anwendung reduziert Teebaumöl den Talg in den Hautporen. Pickel können anhand in Teebaumöl getränkter Wattestäbchen gezielt bekämpft werden. Außerdem wird das Öl zur Behandlung von Wunden, bei Hühneraugen, Warzen, Fuß- oder Nagelpilz eingesetzt. Ein Lippenpflegestift mit Teebaumöl soll gegen Herpes vorbeugen. Die Wirkung ist aber nicht zu hundert Prozent medizinisch belegt, vieles beruht auf Aberglauben.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten für Teebaumöl

Teebaumöl kann als Heilmittel vielseitig verwendet werden. Doch auch in der Welt der Kosmetik kommt es zum Einsatz. Teebaumöl wird unter anderem in Shampoos, Cremen, Deos, Mundspülungen oder Badezusätzen verwendet. Hier dient es aufgrund seiner antimikrobiellen Eigenschaften auch zur Konservierung von Kosmetika. In Anti-Schuppen-Shampoos fördert es die Durchblutung der Kopfhaut und vermindert zugleich Juckreiz auf der Kopfhaut. Bei Bedarf kann es auch nachträglich zu Kosmetika hinzugefügt werden. Einige Tropfen des Öls im Badewasser fördern die Entspannung.

Im Haushalt gibt es noch weitere Einsatzmöglichkeiten für Teebaumöl: Wäsche wird hygienisch rein, wenn einige Tropfen des Öls der Wäschetrommel hinzugefügt werden. Auch dem Wischwasser beim Putzen kann es beigefügt werden. Es wirkt zudem hemmend gegen die Bildung von Schimmelpilzen. Darüber hinaus hilft Teebaumöl bei Ungeziefer oder auch gegen schlechte Gerüche. Kleintiere wie Zecken, Flöhe oder Wespen verabscheuen den Geruch des Öls. Es hilft außerdem als Schutz vor Mücken und als Duschzusatz bei einem Befall von Läusen. Sollte es doch einmal zu einem Insektenstich kommen, so helfen ein bis zwei Tropfen auf der Haut gegen den Juckreiz.

Risiken bei der Verwendung von Teebaumöl

Bei der Verwendung von Teebaumöl können Kontaktallergien entstehen. Symptome dieser Allergie sind neben juckender, roter Haut möglicherweise auch allergischer Husten und Schnupfen. Wer Teebaumöl zum ersten Mal verwendet, sollte vorher zwei Tropfen des Öls auf das Handgelenk geben, um eine eventuelle Überempfindlichkeit auszuschließen. Falls Rötungen oder Juckreiz auftreten, sollte das Öl nicht verwendet werden. Manchmal hilft es auch, das Teebaumöl zur Hälfte mit einem anderen, hochwertigen Pflanzenöl zu verdünnen. Der Kontakt mit Augen oder Schleimhäuten sollte aber in jedem Fall vermieden werden.

Wenn Teebaumöl langfristig unverdünnt auf der Haut verwendet wird, so kann es zu Ekzemen kommen. Schuld sind Bestandteile des Öls, die durch den Kontakt mit Licht oder Sauerstoff beginnen, zu oxidieren. Um die Oxidation zu verhindern, sollte Teebaumöl luft- und lichtgeschützt aufbewahrt werden, bei Temperaturen unter 25 °C. Spätestens nach einem halben Jahr sollte das Öl aufgebraucht sein. Niemals verwendet werden sollte Teebaumöl, das sich verfärbt hat, dickflüssig geworden ist oder nach Terpentine riecht. Es sollte darüber hinaus außerhalb der Reichweite von Kindern gelagert werden, da es beim Einatmen und Verschlucken die Atemwege und die Lunge reizen und schädigen kann.

Verschiedene Institutionen, wie das Scientific Comitee on Consumer Safety (SCCS) oder das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung raten, nur Kosmetika mit einem Teebaumöl-Gehalt von 1 bis 5 Prozent zu verwenden. Laut einer Studie des amerikanischen National Institute of Environmental Health Sciences (NIEHS) gibt es Hinweise, dass die Anwendung von Teebaumöl auf den menschlichen Hormonhaushalt Einfluss nimmt. So hat es östrogenähnliche und testosteronhemmende Eigenschaften. Die Verwendung des Öls ist zwar grundsätzlich unbedenklich, kann jedoch bei häufiger Nutzung bei Jungen im vorpubertären Alter den Brustwachstum fördern. Dieses Wachstum geht zurück, sobald die Verwendung des Öls beendet wird.