Versteckte Sehfehler erschweren Kindern den Schulstart

Versteckte Sehfehler erschweren Kindern den Schulstart

Für viele Eltern fängt im September das Bangen um die schulische Leistung ihrer Kinder an. Aber: Hinter so manchem Problem beim Schulstart steckt eine Fehlsichtigkeit, die erst spät auffällt und zu gravierenden Schwierigkeiten führen kann.

Wenn im September für rund 88.500 österreichische Tafelklassler ein neuer Lebensabschnitt beginnt, kommt für viele Eltern der Schock: Ihr Kind kann sich nur schwer konzentrieren, fängt im Turnunterricht die Bälle nicht und macht Fehler im Lesen und Rechnen. Das Selbstbewusstsein sinkt, das Kind ist frustriert.


„Oft liegen Probleme wie diese an Sehfehlern, die erst in der Schule auffallen“, sagt Markus Gschweidl, Bundesinnungsmeister der Augenoptiker / Optometristen. Denn dann ist das Kind gefordert, auf Tafel und Schulheft zu blicken und zwischen nahen und weiten Distanzen zu wechseln.“ Die Kinder schaffen es nicht mehr, ihre Sehschwäche zu kompensieren.

Kurzsichtigkeit nimmt zu

Dass gerade Kleinkinder weitsichtig sind, ist nichts Ungewöhnliches. Im Laufe der Kindergartenjahre reduziert sich die Weitsichtigkeit. Auffällig ist aber, wie sehr die Kurzsichtigkeit (Myopie) zugenommen hat. Die American Academy of Ophthalmology geht davon aus, dass bis 2050 die Hälfte der Weltbevölkerung kurzsichtig sein wird.
Gschweidl hat dafür die Erklärung: „Für ihre Augen ist es am gesündesten, wenn Kinder täglich eine Stunde im Freien verbringen und mit dem Blick zwischen weiten und kurzen Distanzen wechseln. Heute verbringen Kinder aber wesentlich mehr Zeit vor dem Bildschirm, vor Handys oder Tablets.“ Ihr Blick richtet sich übermäßig auf kurze Distanzen ein – das verstärkt das Risiko der Myopie. Auch die verminderte Umgebungshelligkeit spielt eine Rolle.
Kurzsichtigkeit ist dabei keine Erkrankung – sie hat genetische Ursachen und hängt mit der Baulänge und der Brechkraft des Auges zusammen.

Sehtest vor Schulbeginn

Besonders hilfreich ist es daher, Kinder noch vor Schulbeginn einen Sehtest beim Augenoptiker / Optometristen machen zu lassen. „Wird eine Fehlsichtigkeit festgestellt, muss sie unbedingt korrigiert werden“, rät Gschweidl. Erst mithilfe einer Brille kann das Kind wieder scharf sehen.

Damit das funktioniert, muss bei Kinderbrillen Folgendes beachtet werden:



Genau anpassen
Eine Kinderbrille muss genau sitzen. Sie muss exakt zentriert sein, d.h. der optische Mittelpunkt der Gläser muss mit den Sehachsen der Augen zusammenpassen und das muss vom Augenoptiker /Optometristen gemessen werden. Ansonsten hat das Kind statt scharfer Sicht Kopfweh oder Schwindelgefühle.

Leichte und bruchsichere Fassung
Gehen Sie davon aus, dass Ihrem Kind auch mal die Brille verbogen wird, oder es mit dem Roller drüberfährt. Die Investition in eine qualitativ hochwertige, bruchsichere Fassung lohnt sich daher!


Auf bequemen Sitz achten
Nur eine Brille, die angenehm sitzt, wird auch getragen. Spezialbügel, weiche Nasenstege und Kunststoffüberzüge helfen dabei.


Das Kind die Farbe aussuchen lassen
Je schicker, desto eher wird die Brille getragen.


Jeden Tag tragen
Die beste Brille nutzt nur dann etwas, wenn sie täglich getragen wird.

Sicher auf dem Schulweg

Der Vorteil einer korrekt vermessenen Brille ist dabei nicht nur einfach in der schulischen Leistung spürbar. „Was für Eltern noch viel wichtiger ist – ihr Kind ist auf dem Schulweg und im Straßenverkehr mit passender Brille sicher unterwegs, da es auch größere Distanzen gut überblicken kann“, sagt Gschweidl.