Wunschbaby, bitte kommen!

Wenn es mit dem Baby nicht gleich klappen will, helfen die Methoden der künstlichen Befruchtung.

Wenn es mit dem Baby nicht gleich klappen will, helfen die Methoden der künstlichen Befruchtung.

Wenn es mit der Schwangerschaft nicht klappen will, helfen neue Methoden der künstlichen Befruchtung. Ein Experte verrät, was dabei möglich ist.

Wie hoch sind die Erfolgschancen bei einer künstlichen Befruchtung?

Wir haben Erfolgsraten von 60 bis 65 Prozent. Wie hoch diese aber tatsächlich sind, hängt von vielen Variablen ab. Eine davon ist das Alter: Bei einer 40-Jährigen beträgt die Erfolgsrate nur noch 30 Prozent. Es ist aber so, dass eine 40-Jährige sich heute wie eine 20-Jährige fühlt und es nicht fassen kann, dass eine Schwangerschaft dann nicht mehr so einfach eintritt.

Wann ist der beste Zeitpunkt für ein Baby?

Das wäre mit 18 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt gibt es die wenigsten Komplikationen, die höchste Schwangerschaftsrate und die gesündesten Kinder.

Was sind die Gründe für Unfruchtbarkeit?

Hervorzuheben ist die sinkende Qualität der Samen. Diese hat sich seit 2011 massiv verschlechtert. Grund: Wir sind von vielen Stoffen umgeben, die auf Hormone wirken und das Hormongleichgewicht verändern.

Was sind die häufigsten Ursachen bei Frauen?

Diverse Zivilisationserkrankungen wie das polyzystische Ovarsyndrom (PCO), eine Stoffwechselstörung, die zu einem großen Teil durch falsche Ernährung mit zu vielen Kohlenhydraten entsteht und dann das Hormongleichgewicht zugunsten von Testosteron verschiebt. Sie lässt sich aber mit künstlicher Befruchtung gut in den Griff bekommen. Die Erfolgschancen liegen bei 40 bis 45 Prozent pro Versuch. Aber auch Endometriose kann eine Ursache sein. Etwa zehn Prozent aller Frauen leiden darunter. Betroffene Frauen büßen 50 Prozent ihrer Fruchtbarkeit ein – egal, ob die Erkrankung schwach oder stark ausgeprägt ist und ob es schon zu Verwachsungen kam oder nicht. Trifft Letzteres zu, ist auch die Qualität der Eizellen schlechter und die Erfolgschancen liegen bei 35 bis 45 Prozent.

Wo liegen die Ursachen von Unfruchtbarkeit häufiger – beim Mann oder bei der Frau?

Aktuell wird eine Verteilung von 40:40 vermutet, und in 20 Prozent der Fälle liegt es an beiden Elternteilen. Zum einen wegen der Spermienqualität, zum anderen, weil die Mütter immer älter werden. Zu Beginn der künstlichen Befruchtung waren Frauen im Schnitt noch acht Jahre jünger. Jetzt ist die Durchschnittsfrau, die zu uns kommt, 36 Jahre alt. Mit steigendem Alter wird es schwieriger, schwanger zu werden, es gibt mehr Komplikationen und auch mehr Kaiserschnitte.

Der Experte:

Dr. Leonhard Loimer, Gynäkologe VivaNeo, www.vivaneo-wien.at

Dr. Leonhard Loimer

Dr. Leonhard Loimer

Noch mehr zum Thema Künstliche Befruchtung erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe von Lust aufs LEBEN (April 2018).