Basisch macht glücklich

Basisch macht glücklich

Mit basischer Ernährung sollen sich viele Beschwerden lindern lassen – auch Krankheiten kann basische Ernährung vorbeugen.

Der Ablauf aller chemischen Vorgänge in der Natur ist auf ein bestimmtes Milieu in der Umgebung, einen festgelegten Säuregrad angewiesen. Bekanntestes Beispiel dafür ist der Waldboden, dessen Übersäuerung für ganz erhebliche Schäden an den Bäumen verantwortlich gemacht wird. Unserem Organismus geht es nicht anders: Nur bei einem immer gleichbleibenden Säuregrad im Blut sowie in den Flüssigkeiten in und zwischen den Körperzellen können alle Auf- und Abbauvorgänge sowie die Energiespeicherung und -gewinnung ungehindert ablaufen. Jede Abweichung von der sehr eng gesetzten Norm bedeutet bestenfalls eine Verzögerung der Prozesse, schlimmstenfalls eine Fehlregulation.
Für viele Erkrankungen wie Rheuma, Osteoporose, Hefepilzbefall im Darm, chronische Hautleiden, Migräne, Krebs, Gicht oder psychische Erschöpfungszustände - um nur einige zu nennen – findet die Medizin keine ausreichenden Erklärungen. "In der Naturheilkunde werden sie und andere Beschwerden mit einer übersäuerten Stoffwechsellage in Zusammenhang gebracht", sagt Ärztin Eva-Maria Kraske in ihrem Buch "Säure-Basen-Balance – der Schlüssel zu mehr Wohlbefinden" (GU Verlag), "Unsere Lebensführung und vor allem die übliche Ernährung führen demnach zu einer Verschiebung des optimalen Stoffwechselmilieus." Solche Entgleisungen lassen sich mit einfachen Mitteln verhindern oder wieder ausgleichen. Das Streben nach der Säure-Basen-Balance ist somit eine Gesundheitsvorsorge zum Nulltarif, aber auch eine Möglichkeit, bereits bestehende Krankheiten zu bessern oder sogar zu heilen – und den Alterungsprozess zu verlangsamen.
Nicht umsonst sagte Franz Xaver Mayr: "Die Säure ist das Zellgift schlechthin". Der Ausgleich des Säure-Basen- Haushalts wurde in der Schulmedizin viel zu lange vernachlässigt, aber teilweise sogar auch in der Naturheilkunde. "Und das, obwohl die Lebensweise der westlichen Welt – viel Sitzen, wenig frische Luft, Fast-Food-Ernährung – eine Übersäuerung des menschlichen Körpers stark begünstigt", sagt Eva-Maria Kraske.

Latente Übersäuerung

Wenn durch eine ungünstige Lebensweise vermehrt Säuren in den Körper gelangen und die Basen nicht ausreichen, sie zu neutralisieren, müssen die körpereigenen Puffersysteme Leber, Lunge, Darm, Nieren, Haut und Knochen aktiv werden. "Es entsteht eine latente Übersäuerung, und das Gleichgewicht ist leicht gestört. Daraufhin versucht der Körper, die Säuren über die Puffersysteme auszuscheiden oder zu neutralisieren", so Dr. Kraske, "Dabei wird Knochensubstanz abgebaut, um puffernde Basen freizusetzen. Zudem werden in der Muskulatur Säuredepots angelegt, die zu schmerzhaften Veränderungen im Bindegewebe führen können."
Wenn diese Situation über Jahre anhält, entwickelt sich eine chronisch-latente Übersäuerung oder auch chronisch-metabolische Azidose. "Die Puffersysteme sind permanent überlastet und ihr Potenzial erschöpft sich allmählich. Wenn dann bereits Folgen einer Übersäuerung aufgetreten sind und wenn es zu entsprechenden Beschwerden gekommen ist, führt der Weg zur Gesundung nur über den langfristigen Ausgleich des pH-Werts", sagt Dr. Kraske.

Was ist basische Ernährung?

Die Säure-Basen-Balance ist nicht – wie viele meinen – eine spezielle Diätform, sondern die wohlüberdachte Ernährungsform für ein gesundes, langes und zufriedenes Leben. Die Säure-Basen-Balance ist ein wesentlicher Anti-Aging-Faktor (mehr dazu lesen Sie in der neuen Ausgabe des Lust aufs LEBEN-Magazins) , also wichtig bei dem Bestreben, der Degeneration des Körpers entgegenzuwirken und im Alter noch fit zu sein und auch so auszusehen.
Die Lebensmittel werden in Säure- und Basenbildner aufgeteilt, je nachdem, ob ein basisches oder ein saures Endprodukt nach der Verarbeitung im Körper anfällt. Mineralstoffe und Spurenelemente wirken in diesem Sinne basisch, während Eiweiße und Kohlenhydrate die Säurebildung verstärken. Tierisches Eiweiß führt im Magen zu noch stärkerer Salzsäureausschüttung als pflanzliches.
"Generell kann man sagen, dass auf unserem Speisezettel heute zu viele säurebildende Kohlenhydrate und Eiweiße und zu wenige basenbildende Gemüse- und Obstsorten stehen", sagt Dr. Kraske, "Die täglich verzehrte Menge an Zucker, Weißmehl und Fleisch steht meist im Missverhältnis zu der Menge an Gemüse und Obst." Neben der Eiweiß- und Kohlenhydratüberernährung tragen Genussmittel wie Alkohol, Kaffee, kurz gezogener schwarzer Tee, koffeinhaltige Limonaden und Nikotin noch zusätzlich zur chronischen Übersäuerung bei.
Eine basische Ernährung besteht also vorwiegend aus frischen Lebensmitteln und vor allem viel Gemüse. Ein kleines basisches Wunder ist übrigens die Kartoffel, die viele Mineralien, Ballaststoffe und pflanzliches Eiweiß enthält. Fleisch oder Fisch sollte in Maßen gegessen werden. Anstatt zu viel Salz zu verwenden, kann das Essen mit frischen Kräutern gewürzt werden. Auf Zucker und Weißmehl weitgehend verzichten!

Mehr dazu im Buch:

"Säure-Basen-Balance – der Schlüssel zu mehr Wohlbefinden", Eva-Maria Kraske, GU Verlag € 14,00