"Ich faste fast jedes Jahr 7 bis 8 Wochen"

"Ich faste fast jedes Jahr 7 bis 8 Wochen"

Dr. Ruediger Dahlke, Bestsellerautor, Psychotherapeut und Gründer des Fastenzentrums TamanGa in Gamlitz in der Steiermark, über seine Erfahrungen mit Nahrungskarenz.

Lust aufs LEBEN: Intervallfasten ist derzeit sehr angesagt. Was halten Sie davon?
Ruediger Dahlke: Sehr viel. Ich mache das persönlich schon seit 40 Jahren, meist ohne Frühstück und auf Tour ohne Abendessen. Die Methode ist von der Wissenschaft inzwischen bestens untersucht: Das Wachstumshormon HGH wird verstärkt produziert. Das sorgt neben gesundheitlichen Vorteilen auch für die aufgeräumte Stimmung beim Fasten.

Lust aufs LEBEN: Aber Sie fasten auch durchgehend ...
Ruediger Dahlke: Das tue ich obendrein. Ich faste selbst bei all meinen Fasten-Seminar-Wochen in TamanGa mit. Das sind sieben bis acht Wochen im Jahr und das bekommt mir sehr gut.

Lust aufs LEBEN: Wie sieht ein Fastentag aus?
Ruediger Dahlke: Das kommt auf das Programm an. Beim Kurs „Fasten – Schweigen – Meditieren“ gibt es nur Tee und Wasser sowie einmal am Tag einen Smoothie. Beim Fastenwandern gibt es klare Gemüsesuppe.

Lust aufs LEBEN: Würden Sie Fasten auch zu Hause empfehlen?
Ruediger Dahlke: Natürlich ist es besser, das an einem Ort wie TamanGa zu tun, der ganz darauf eingestellt ist. Aber ich habe vor Jahren das Online-Fasten eingeführt und betreue auf diese Weise in- zwischen viele, die zu Hause fasten und sogar während einer Arbeitswoche. Das wird sehr gut angenommen. So begleite ich nicht nur 300 Fastende pro Jahr, sondern einige Tausende. Beim Online-Fasten hat man ein vielfältiges Zusatzangebot von verschiedenen Yoga-Arten, Tai-Chi oder Bewusstseinsgymnastik. Mehr Infos auf: LebensWandelSchule.com

Lust aufs LEBEN: Muss man nach dem Fasten Angst vor einem Jo-Jo-Effekt haben?
Ruediger Dahlke: Das kommt sehr darauf an, ob beim Fasten nur der Hosenbund oder auch das Bewusstsein weiter wird. Bei uns wird nicht gehungert, und es ist auch keine Not-, sondern eine Regenerationssituation. Aber klar kommt es auch darauf an, wie man danach weiter isst. Wer, wie in meinem Buch „Peacefood“ (GU) beschrieben, weiterhin auf tierische Produkte verzichtet, wird sein Individualgewicht gut erreichen und halten. Gegebenenfalls empfehle ich zusätzlich, auch Gluten wegzulassen.

Lust aufs LEBEN: Haben Sie noch weitere Fasten- tipps?
Ruediger Dahlke: Mit fermentierten chinesischen Pflaumen ist eine noch tiefere und nachhaltigere Darmreinigung möglich als mit Einlauf. Sie schmecken zudem süß. Gut ist auch „Amorex“ – das sind naturheilkundliche Tabletten, die ursprünglich gegen Liebeskummer konzipiert wurden. Sie helfen, das Wohlfühlhormon Serotonin und das „Belohnungshormon“ Dopamin in natürlicher Form aufzunehmen. Vitamin B12 und ausreichend D3 sind vor allem für Veganer wichtig.


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