So stärken Sie das Immunsystem auch mit der Psyche

So stärken Sie das Immunsystem auch mit der Psyche

Die Ärztin Dr. Lucia Ucsnik leitet ein Zentrum für Präventivmedizin & ganzheitliche Medizin in Wien und verrät neue Strategien. Wer sich konsequent daran hält, kann nach zwei Wochen eine deutliche Verbesserung von Energie und Wohlbefinden erzielen!

Dr. Lucia Ucsnik

Das Immunsystem zu stärken ist in Zeiten der Infektprävention in Zusammenhang mit dem Coronavirus aktueller denn je. Der eigene Körper und das Wohlbefinden danken eine Umstellung des Lebensstils für ein starkes Immunsystem. Das Feld der Bio-Psycho-Neuroimmunologie beschäftigt sich mit den Zusammenhängen zwischen Immunsystem, Gehirn- und Nervensystem sowie Darmgesundheit: "Die Achse Immunsystem, Psyche und Darmgesundheit stehen in einer gegenseitigen Wechselwirkung auf den Körper", sagt die Wiener Privatärztin Dr. Lucia Ucsnik MAS, "Die Forschung liefert dazu laufend neue Erkenntnisse."

Dr. Lucia Ucsnik zeigt auf, was Sie jetzt tun können, um Ihr Immunsystem ganzheitlich zu stärken und sich – als willkommener Nebeneffekt – insgesamt fröhlicher, wohler und fitter zu fühlen und Infekten damit die Stirn zu bieten:

Ausreichend und gut Schlafen

In einer Gesellschaft, in der wir zwischen Familie, Haushalt, Beruf bzw. Karriere oder Business, Beziehungen und privaten Interessen und Hobbies kaum mehr zur Ruhe kommen, haben wir verlernt, uns natürlich zu entspannen.

Ausreichend und gesund zu schlafen ist eine der einfachsten Maßnahmen für die Erholung und ein starkes Immunsystem, die schnell umzusetzen sind. "Achten Sie dabei auf die Schlafhygiene", sagt Dr. Ucsnik, "Halten Sie elektronische Geräte aus dem Schlafzimmer fern und bringen Sie die Raumtemperatur am besten auf optimale etwa 19 Grad." Weitere Tipps und Empfehlungen für einen gesunden Schlaf finden Sie hier.

Entspannung trainieren: Meditieren

Das Gehirn braucht – ebenso wie der gesamte Körper – Regenerationsphasen. Diese schenken Sie ihm nicht nur während des Schlafens, sondern auch durch gezielte Entspannungstechniken wie beim Meditieren. Während dieser Zeit strömen keinerlei Reize von außen ein, und auch die Gedanken werden beruhigt. "Wichtig ist die Atemtechnik: Über Rezeptoren im Zwerchfell kann der Parasympathikus direkt beeinflusst werden", sagt Dr. Ucsnik. Dieser ist für die Entspannung zuständig und fungiert als Gegenspieler zum Sympathikus. Dass Meditation die Gesundheit verbessert, ist erwiesen. "Darüber hinaus sind auch Yoga, Chi Gong oder Tai Chi o.ä. wirksame Methoden, um Gehirn und Nervensystem zum Slow-Down zu bringen, sofern man sie zumindest einmal pro Woche regelmäßig durchführt", sagt Dr. Ucsnik.

Stress reduzieren: Mehr Leichtigkeit, bitte!

Stress versetzt den Körper dauernd in Alarmbereitschaft – und Drucksituationen verursachen im Herz-Kreislauf-, Gefäß-, Nerven- sowie Darmsystem Mini-Entzündungen, sogenannte "Silent Inflammations" und feuern damit Autoimmunerkrankungen an. Tipp: Hochwertige Öle mit Omega-3-Fettsäuren wie Kürbiskernöl, Distelöl, Traubenkernöl, Hanföl oder Bioleinsamenöl wirkt zusätzlich entgegen und sollte fixer Bestandteil der Ernährung sein. "Damit diese Öle ihre 'Zauberkraft' behalten, bewahren Sie diese nach dem Öffnen unbedingt im Kühlschrank auf", sagt Dr. Ucsnik.

Vermeiden Sie Stress-Situationen so gut es geht, machen Sie Ihr Leben einfacher und leichter – und lassen Sie alles weg, was Energie raubt und Unruhe stiftet. "Viele Menschen wollen nicht nur in der Karriere, sondern auch privat und bei der Fitness perfekt sein", sagt Dr. Ucsnik, "Doch wie realistisch ist das wirklich? Regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft bzw. im Wald können der Gesundheit insgesamt oft besser tun als ein verbissenes Training für den nächsten Marathon."

Die Sinne aktivieren

Über die fünf Sinne können wir ebenso Glück und Wohlbefinden erfahren, zum Beispiel mithilfe von Duftlampen oder wenn wir uns zuhause und im Büro mit wohltuenden Farben, Materialien und Gegenständen umgeben.

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Gespräche führen

Persönliche Herausforderungen und Belastungen führen zu emotionalem Stress, der auf Dauer Gift für den Körper und für das Immunsystem ist. Regelmäßige Gespräche mit Freunden und Familienmitgliedern können Wunder wirken. "Wenn herausfordernde Situationen das eigene Konfliktlösungsvermögen übersteigern zögern Sie nicht, einen Psychologen, Psychotherapeuten oder Lebens- und Sozialberater zu Rate zu ziehen", sagt Dr. Ucsnik, "Auch für die laufende Psychohygiene können diese Profis eine wertvolle Stütze sein." Unverzichtbar für das seelische Wohlbefinden ist es, sich aus toxischen Beziehungen zu befreien!


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Auszeit

Disziplin ist auch bei den Auszeiten wichtig – das bedeutet, zumindest einen Tag am Wochenende der Erholung und dem Ausgleich widmen und mindestens einen Tag bzw. Abend in der Woche für eine ausgiebige Ich-Zeit einzuräumen, zum Beispiel, indem Sie ins Restaurant, ins Kino oder zur Massage gehen.
Wichtig: Die Stressmedizin empfiehlt 45 Minuten täglich in Meditation etc. zu investieren!

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Basische Ernährung

Auch der Säure-Basenhaushalt wirkt sich auf das Immunsystem aus: "Essen Sie vor allem basisch, zum Beispiel mit viel Obst und Gemüse", sagt Dr. Ucsnik, "Essen Sie weniger Fleisch und Fisch, dafür konsequent hochwertige Qualität." Anstatt täglich Schweinsbraten oder Wiener Schnitzel auf den Essensplan zu setzen, sind Sie mit Rind, Huhn oder Fisch begleitet mit Salat und Gemüse auf der richtigen Seite.
Beachten Sie auch die Organuhr: "Das alte Sprichwort, morgens wie Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettelmann zu essen hat ungebrochen Gültigkeit", sagt Dr. Ucsnik.

Vitamine und Spurenlemente

In der Ernährung sind jetzt vor allem die Vitamine C, D und E besonders gefragt, und darüber hinaus sämtliche B-Vitamine, die am besten im Komplex wirken. "Essen Sie also bevorzugt Porridge und geschrotetes Müsli sowie Hülsenfrüchte wie Fisolen oder Bohnen", sagt Dr. Ucsnik. Nüssen tun auch Gehirn und Körper besonders gut – allem voran Mandeln, weil sie basisch wirken!

Weiters sind jetzt hochwertige Öle aber auch Magnesium und Zink wichtige Komplizen, "Um den persönlichen Bedarf zu erheben, empfehle ich einen ganzheitlichen, medizinischen Faktencheck", so Dr. Ucsnik, "Der individuelle Optimalbedarf lässt sich mittels Blutserum- und Vollblutanalysen bestimmen."

Achtung: Oft lassen sich alle notwendigen Nährstoffe für den wirklich optimalen Bedarf – und dabei geht es nicht um den Ausgleich eines Mangels – nicht alleine durch die Nahrung zuführen. Dann empfiehlt die Ärztin hochwertige Nahrungsergänzungsmittel nach Absprache mit den behandelnden ÄrztInnen.

Toxische Metalle vermeiden

Jegliche Giftstoffe wie zum Beispiel toxische Metalle aus Zigaretten, Kaffeekapseln oder aluminiumhaltigen Deos sind zu vermeiden, wenn Sie ein kräftiges Immunsystem und eine starke, positive Psyche haben wollen. "Metalle verursachen Irritationen in Nervensystem und Gehirn und spielen darüber hinaus bei der Entstehung von Alzheimer und Demenz eine Rolle", sagt Dr. Ucsnik. Wer also noch nicht konsequent genug war: Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, das Rauchen zu reduzieren oder mit dem Rauchen aufzuhören!


Weitere Informationen bei Dr. Lucia Ucsnik, MAS, FECSM, Leiterin der PrivatOrdination am Rennweg, Zentrum für PräventivMedizin, unter praeventiv@health4me.co.at