Täglich 10 Minuten zügig spazieren ist gut fürs Herz

Täglich 10 Minuten zügig spazieren ist gut fürs Herz

Sport- und Präventionsmediziner Prof. Martin Halle warnt vor Bewegungsdefizit bei Kindern und zeigt, was tägliche Bewegung in kleineren Dosen bewirken kann.

Die aktuelle WHO-Warnung vor zu wenig körperlicher Aktivität wirft die Frage auf, wie es um die Gesundheit der Menschen steht. Präventionsexperten wie Professor Martin Halle, ärztlicher Direktor für Präventiv- und Sportmedizin der Technischen Universität München, sehen die Lage kritisch. Der Kardiologe warnt vor einer zu laxen Haltung nach der Devise „So schlimm ist es bei uns ja gar nicht!“: „Es kann nicht sein, dass Schulbehörden Schulsportstunden ausfallen lassen. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“ Die Folgen für das Gesundheitssystem werden laut Prof. Halle in 15 Jahren zu sehen sein: Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden ebenso weiter ansteigen wie einige Krebserkrankungen und Demenz.

Schon wenig ist viel

Welche Aktivitäten sind besonders zu empfehlen? Wie können Menschen trotz Zeitnot und Müdigkeit vor und nach ihren beruflichen und familiären Verpflichtungen zu mehr Bewegung gelangen? In einem aktuellen Interview mit der Redaktion von „Herz Heute“ erläutert Prof. Halle, warum und wie regelmäßige Bewegung auch in kleineren – alltagstauglichen – Einheiten den Schutz vor Arteriosklerose und somit vor Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzschwäche effektiv erhöht und wie sich Bewegung positiv auf andere Körper- und Organfunktionen wie Zellerneuerung, Anregung der Hirnaktivität, Stoffwechselprozesse in Leber und anderen Organen auswirkt.
Der Experte: „Wer täglich rund zehn Minuten zügig spazieren geht, reduziert sein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes um 20 Prozent. Schon nach sechs bis acht Wochen ist mit einem deutlich verbesserten Muskelstoffwechsel, einer erhöhten Elastizität der Gefäße und einer verbesserten Herzfunktion zu rechnen.“

Für die Gesundheit wichtig sind immer Regelmäßigkeit und Ausdauer. Zu den besten Ausdauersportarten zählen Prof. Halle zufolge Fahrradfahren, zügiges Gehen, Wandern, Nordic Walking, Joggen und Schwimmen. „Es ist zudem ratsam, ein Ausdauertraining, das Herz und Kreislauf fordert, durch ein leichtes Krafttraining zu unterstützen, das die Muskeln kräftigt. Das Krafttraining sollte dynamisch erfolgen, also mit geringen Gewichten und häufigen Wiederholungen.“
Auch eine bereits bestehende Arteriosklerose lässt sich wie Studien belegen konnten positiv beeinflussen. „Es lohnt sich immer und in jedem Alter, mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren, weil man damit immer etwas für die Gesundheit seiner Gefäße, des Herzens und aller anderen Organe des Körpers tut.“


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