Traubenzucker darf sich nicht mehr gesund nennen

Traubenzucker darf sich nicht mehr gesund nennen

Ein EuGH-Urteil wies das Unternehmen "Dextro Energy" zurück.

Kennen wir es nicht alle noch aus Kindertagen? Ein Stück Traubenzucker war immer dabei, wenn es galt, schwere Aufgaben zu bewältigen. Ob beim Sport oder in der Schule, das eckige Stück Zucker sollte schnelle Energie liefern und sei schließlich gesund. Irrtum, sagt jetzt ein neues Gerichtsurteil des Europäischen Gerichtshofes, das dem Traubenzucker-Hersteller Dextro Energy verbietet, sein Produkt als "gesund" anzupreisen. Der Einspruch des Unternehmens auf das erstinstanzliche Urteil wurde somit erneut zurückgewiesen – die Entscheidung ist fix.

Traubenzucker ist nicht gesünder als anderer Zucker

Behauptungen wie „Glucose unterstützt die körperliche Betätigung“ würden Verbraucher verwirren, hieß es in dem Urteil, denn Behörden rieten von Zucker ab. Grundsätzlich ist Traubenzucker zwar schon ein wichtiger und unverzichtbarer Energielieferant: Alleine das Gehirn verbraucht pro Tag 130 bis 140 Gramm Traubenzucker. Dieser Bedarf wird jedoch komplett aus den alltäglichen Nahrungsmitteln gedeckt – darunter Brot, Reis, Teigwaren und Kartoffeln. Sie alle enthalten Traubenzucker in Form von komplexen Kohlenhydraten, die der Körper in Zucker umwandeln kann. Die Zufuhr von reinem Zucker ist daher normalerweise nicht notwendig. Und: Traubenzucker ist nicht gesünder oder ungesünder als andere Einfach- oder Zweifachzucker, sagen Mediziner.
Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hatte vor dem Urteil des EuGH politische Maßnahmen gegen Gesundheitsversprechen bei der Lebensmittelwerbung gefordert.

Das könnte Sie auch interessieren:

Zuckerfallen, die Sie kennen müssen
5 gute Alternativen zu Zucker
Das passiert, wenn Sie weniger Zucker essen