Wie kann ich meine Beziehung retten?

Wie kann ich meine Beziehung retten?

Steht die Liebe am Wendepunkt? Das können Sie jetzt tun, um Ihre Beziehung zu retten!

Hilfe anbieten

Stress ist einer der häufigsten Beziehungskiller: Wer in der Arbeit, mit den Kindern und dem Alltagsmanagement ständig gefordert ist, ist immer auf Abruf und in Gedanken dabei, was als nächstes zu tun ist. "Bieten Sie in diesen Situationen Ihrem Partner bzw. Ihrer Partnerin Unterstützung an", sagt der Paartherapeut Roland Bösel, "So fühlt sich der andere nicht im Stich gelassen und in den Bedürfnissen wahrgenommen." Es kann sein, dass der Partner das Angebot nicht annehmen möchte - und das ist in Ordnung.

Etwas auf Abstand gehen

Sabine und Roland Bösel

Oft ist die Luft fast schon dauerhaft dick und trotzdem kleben beide Partner immer aufeinander. Das macht nichts besser, eher noch schlimmer! Jede Beziehung besteht aus einem Ich, einem Du und einem Wir. In den meisten Partnerschaften kommt es dazu, dass der eine den anderen für sein Glück verantwortlich macht und das Wir viel zu dominant geworden ist – allerdings auf eine Art, die mehr eine Abhängigkeit widerspiegelt als eine authentische Verbindung. Das bedeutet: erst mal Freiraum geben, damit jeder wieder zu sich selbst finden kann. Und wer loslässt, kann den anderen wieder auf sich zukommen lassen. "Für eine gelungene Beziehung braucht es eben beides – die Nähe und die Distanz", sagt Roland Bösel.

Gemeinsam Abenteuer erleben

Um die Routine in der Beziehung zu unterbrechen, ist es hilfreich, gemeinsam immer wieder aktiv Neues zu tun und zu erleben. "Wer jeden Tag den gleichen Ablauf erlebt und seit 30 Jahren auch in das gleiche Hotel auf Urlaub fährt, dem könnte irgendwann das Leben und auch die Beziehung zu langweilig werden", sagt Roland Bösel, "Gemeinsam Neues erleben und sich auf Abenteuer einzulassen, bringt Abwechslung und Lebenslust in den Alltag und in die Beziehung zurück."

Einander überraschen

Wann haben Sie Ihren Partner das letzte Mal überrascht? "Setzen Sie Überraschungen bewusst in der Beziehung ein", sagt die Paartherapeutin Sabine Bösel weiter. Dabei mache es Sinn, den Partner zu bitten, eine Liste mit mindestens zehn "Überraschungs-Wünschen" zu schreiben. Ist des dann noch eine Überraschung? "Ja, denn wenn die Liste lange genug ist, kann der andere wählen", sagt Sabine Bösel.

Qualitätszeit verbringen

Die Zeit, die miteinander verbracht wird, sollte bewusst genommen und gestaltet werden. Nehmen Sie sich wieder einmal eine Auszeit außerhalb der gewohnten Umgebung oder planen Sie einen schönen Abend zu zweit.

Über "heiße" Themen sprechen

Vereinbaren Sie gemeinsam, wann ein guter Zeitpunkt ist, um über kritische Themen zu sprechen. So können sich beide mental darauf einstellen und sich vorbereiten.

Ausreden lassen

Dabei ist es entscheidend, dass die Kommunikation aus Augenhöhe geschehen kann und beide Partner einander ausreden lassen. In der Praxis ist das gerade bei emotional aufgeladenen Themen eine häufige Ursache, dass Streits eskalieren.

Wohlwollend sein

Stellen Sie das Wohlwollen für die Beziehung in den Mittelpunkt. Wenn einer oder beide schon feindselig in eine Situation oder ein Gespräch gehen, kann nur Streit dabei herauskommen. Suchen Sie also vermehrt das Verbindende anstelle des Trennenden und kommunizieren Sie dennoch klar Ihre Wünsche, Gefühle und Bedürfnisse.

Erwartungen ablegen

Dabei ist entscheidend, auch den anderen "sein" zu lassen. Erwartungen können ziemlich toxisch in jeder Beziehung werden, denn jeder ist ein eigenständiges Individuum und niemand kann erwarten, dass sich der eine für den anderen verbiegt und seine Erwartungen erfüllt. Ständige und hohe Erwartungen haben sind also schon ein Garant für Enttäuschung, Frust und Streit.

Wachstums-Mindset

Stattdessen stärkt es beide Partner und die Liebe, wenn Sie die Beziehung und den Partner als Chance sehen, auch persönlich zu wachsen. "Wenn wir dem Partner zuliebe unsere Komfortzone verlassen und gleichzeitig eigene Grenzen einhalten, entwickeln wir uns auch persönlich weiter und leben mehr und mehr unser volles Potenzial", sagt Sabine Bösel.

Selbstliebe stärken

Anstatt Erwartungen und Forderungen an den anderen zu stellen, ist es sehr heilsam, selbst Verantwortung für das eigene Wohlbefinden und die Bedürfnisse zu übernehmen. Dazu gehört auch, sich mit den alten Verletzungen aus der Kindheit und aus früheren Beziehungen auseinanderzusetzen, diese zu heilen und somit innerlich mehr und mehr "gesund erwachsen" zu werden. Denn unbewusst suchen wir den Partner aufgrund alter Kindheitserfahrungen auf und erwarten dann, dass dieser alles gut macht, was von den Eltern verabsäumt wurde.

(Wieder) Sex haben

Sexualität und Zärtlichkeit leiden oft als erstes, wenn es in der Beziehung Konflikte gibt. Wenn Sie die Beziehung retten wollen, kann es helfen, diese "Mauer" im Rahmen der eigenen Grenzen bewusst zu durchbrechen und einander auch körperlich – wieder oder wieder öfter – zu begegnen. Dabei wird Lust und körperliche Nähe hergestellt und die Hormone tun ihr Übriges dazu, dass Sie sich einander wieder verbunden fühlen: So sorgt die Ausschüttung des sogenannten Kuschelhormons Oxytocin zusammen mit anderen Glückshormonen dafür, dass die Bindung zueinander gestärkt wird.

Buchempfehlung:

"Liebe, wie geht's? 52 Impulse für gelingende Beziehungen", Sabine Bösel und Roland Bösel, Orac Verlag, € 22,00