Depressionen bei Jugendlichen: Experten raten zu Sport

Depressionen bei Jugendlichen: Experten raten zu Sport

Laut schwedischen Forschern ist es für Junge besonders wichtig, sich mehr zu bewegen.

Körperliche Aktivität in der Jugend ist mit einem breiten Spektrum an gesundheitlichen Vorteilen verknüpft. Neben Förderung der Fitness, des Herz-Kreislauf-Systems und der Gewichtskontrolle ist auch bekannt, dass Sport die psychische Gesundheit unterstützen kann. Allerdings gibt es nur wenige prospektive Studien, die den Zusammenhang zwischen Sport und internalisierenden Symptomen wie z. B. Ängsten und depressiven Symptomen bzw. externalisierenden Symptomen wie z. B. Aggressivität und Aufmerksamkeitsproblemen nach Berücksichtigung vorher bestehender Symptome dieser Art untersuchten. Auch war bislang nicht klar, ob sich Sport geschlechtsabhängig auf solche Symptome auswirkt.

Sport stützt die Psyche in der Jugend

1.428 schwedische Heranwachsende im durchschnittlichen Alter von 14,38 Jahren wurden zu Beginn der Studie und erneut nach drei Jahren untersucht. Die psychischen Symptome nach drei Jahren wurden mit der sportlichen Aktivität zu Beginn der Studie verglichen, auf Zusammenhänge mit dem Geschlecht der Jugendlichen geprüft und unter Berücksichtigung von Symptomen zu Studienbeginn evaluiert.
Das Ergebnis: Sport in der frühen Jugend konnte nach dieser Analyse niedrigere Grade depressiver Symptome drei Jahre später vorhersagen. Auf Ängste oder externalisierende Probleme wirkte sich der Sport demnach allerdings nicht aus. Der Effekt von Sport auf depressive Symptome schien zudem geschlechtsspezifisch zu sein: Jungen, nicht aber Mädchen, mit hoher körperlicher Aktivität zeigte demnach reduzierte Symptome nach drei Jahren.

Inaktivere Jungs zeigen später häufiger depressive Symptome

Die Forscher schließen, dass eine zu geringe körperliche Aktivität in der frühen Jugend nachteilige Effekte hat und speziell mit einer Entwicklung depressiver Symptome bei Jungen einhergehen kann. Im Rahmen der Prävention und Behandlung von Depression bei Jugendlichen sollte demnach auch vermehrt der Fokus auf Sport gerichtet werden. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, schreiben die Autoren, täglich 60 Minuten moderat bis anstrengend intensiv körperlich aktiv zu sein. Anstrengende Aktivitäten sollten demnach mindestens dreimal pro Woche für Kinder und Jugendliche auf dem Programm stehen. Dies scheint nach den vorliegenden Ergebnissen besonders für Jungen eine wichtige Richtschnur zu sein.

Quelle: DeutschesGesundheitsPortal.De