Einschlafstörungen nehmen dramatisch zu

Einschlafstörungen nehmen dramatisch zu

Ein Schlafexperte informiert zum Tag des Schlafes am 21. Juni über die Wichtigkeit einer guten Nachtruhe.

Der 21. Juni ist bekanntlich der längste Tag des Jahres und damit auch die kürzeste Nacht. Im deutschsprachigen Raum klagen bereits 80 Prozent der Beschäftigten über einen schlechten, gestörten oder nicht mehr erholsamen Schlaf. Schlafstörungen begünstigen zahlreiche Gesundheitsstörungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Depressionen, Alzheimer, Krebs oder frühzeitige Alterung. Dies ist nicht verwunderlich, da laut Wissenschaft 70 Prozent der körperlichen und 100 Prozent der psychisch-emotionalen Gesundheit von einem erholsamen Schlaf abhängen.

Fünfmal so viele Einschlafstörungen

Derzeit sind 97 unterschiedliche Schlafstörungen medizinisch klassifiziert. Nahezu alle sind laut dem Weltverband für Schlafmedizin (WASM) vermeid- oder behandelbar. Oft fehlt es jedoch an der richtigen medizinischen Einschätzung, werden bekanntlich Schlafprobleme häufig nur als Begleiterscheinung von Krankheiten, z.B. von Depression, gesehen. Doch zunehmend werden Schlafstörungen von negativem Stress und Umweltfaktoren wie Lärm, Lichtreize oder elektromagnetische Felder (EMF) ausgelöst.
Laut einer Studie der Medizinischen Universität Wien haben sich insbesondere die Einschlafstörungen in den letzten 5 Jahren verfünffacht (+500 Prozent). "Gerade hier spielen der Einfluss von innerem Stress sowie der zunehmende Elektrostress eine zentrale Rolle. Insbesondere die Belastung durch Hochfrequenzfelder durch Mobilfunk, DECT-Schnurlostelefone, WLAN etc. verhindern die ausreichende Ausschüttung des Hormons Melatonin", sagt Prof. Dr. med. h.c. G. W. Amann-Jennson leitet das Institut für Schlafcoaching und Bioenergetik in Frastanz, "Dieses benötigen wir für die Schlafregulation und damit auch zum guten Einschlafen."

Oft mehrere Stunden wach

Aus schlafmedizinischer Sicht leide man an einer Einschlafstörung, wenn man 3-4 Mal pro Woche über mehrere Wochen hinweg mehr als eine halbe Stunde benötigt, um einzuschlafen, so der Experte. Wer über längere Zeit nicht gut einschlafen kann, bei dem kann sich in der Folge eine Durchschlafstörung entwickeln. Insgesamt wird der Schlaf verkürzt, Tief- und Traumschlaf-Phasen fehlen und die körperlich-psychische Erholung bleibt auf der Strecke. "Von Einschlafstörungen sind Frauen viel stärker betroffen als Männer. Diese neigen vor dem Einschlafen eher zu Grübeleien, die den Einschlafprozess stören können", sagt Prof. Dr. med. Amann-Jennson.

Schlaf schützt das Gehirn

Ein hochwertiger und gesunder Schlaf hat nicht nur eine heilende Wirkung, sondern der Qualitäts-Schlaf schützt auch unsere Gesundheit. Davon ist das Gehirn nicht ausgeschlossen - ganz im Gegenteil – denn gesunder Schlaf ist ein aktiver Schutz vor neurodegenerativen Krankheiten und damit auch vor der Alzheimer-Krankheit. Prof. Dr. Amann-Jennson: "Bereits vor einigen Jahren haben Forscher die Vermutung geäußert, dass es einen Zusammenhang zwischen schlechtem, zu kurzem oder nicht erholsamen Schlaf und der Anhäufung der Beta-Amyloid-(Protein)-Ablagerungen im Gehirn gibt. Diese Plaque-Bildung ist die eigentliche Grundlage für die Entstehung der Alzheimer-Krankheit."

Schlechter Schlaf fördert Alzheimer

Wie sich in einer Beobachtungsstudie herausstellte, befinden sich Menschen über 65 Jahre, die eine sogenannte Amyloid-Ablagerung im Gehirn hatten, seltener in einer erholsamen Tiefschlafphase. Diese Phase ist allerdings für die Regeneration des Körpers und in Folge dessen für die Leistung des Gehirns ausgesprochen wichtig. Zu diesem Zeitpunkt litten die Probanden weder über Gedächtnisverlust, noch über Störungen der Wahrnehmung oder des Denkens, zeigten zu diesem Zeitpunkt somit keine klassischen Alzheimer-Symptome. Auch Wissenschaftler wie der Neurologe Prof. Dr. Brad Dickerson von der Havard Medical School vermuten in der Zwischenzeit, dass ein schlechter Schlaf eine effektive Rolle bei der Erkrankung von Alzheimer darstellt und man der Krankheit durch eine hohe Schlafqualität entgegenwirken könnte.