Gestresste Kinder werden kranke Erwachsene

Gestresste Kinder werden kranke Erwachsene

Die Werte des Stresshormons Cortisol verändern sich im Kindesalter dauerhaft und wirken sich auf die Gesundheit aus.

Erwachsene, die von einer hohen Stressbelastung berichten und eine unruhige Kindheit hatten, verfügen laut einer Studie der University of Minnesota am ehesten über Muster bei Hormonen, die mit negativen Gesundheitsfolgen in Verbindung stehen.

Laut den in "Psychological Science" veröffentlichten Ergebnissen ist die frühe Kindheit eine sensible Zeit. Stressereignisse wie Traumata oder Armut können das System der Stressreaktionen im Gehirn so verändern, dass die Folgen bis ins Erwachsenenleben anhalten.
Der neurobiologische Hintergrund: Wenn wir täglichen Stressfaktoren ausgesetzt sind, reagiert das Gehirn unter anderem mit der Freisetzung des Hormons Cortisol. Normalerweise ist der Wert am Morgen am höchsten und verringert sich schrittweise im Laufe des Tages. Fallweise kommt es jedoch zu einer gestörten Regulation.

Stress in früher Kindheit und heute wirkt am stärksten

Laut Forschungsleiter Ethan Young spielt das Ausmaß des Stresses, den ein Mensch früh erlebt, eine wichtige Rolle bei der Entwicklung ungesunder Muster der Cortisolfreisetzung. Das gelte jedoch nur, wenn Personen aktuell auch einer höheren Stressbelastung ausgesetzt sind. Damit liegt nahe, dass die Kombination beider Belastungen – also viel Stress in der Kindheit und als Erwachsener – zu den am wenigsten gesunden Profilen des Hormons führt.
Beurteilt wurden Daten unter dem Einfluss von stressreichen Lebensereignissen wie finanzielle Probleme, Schwierigkeiten in der Partnerschaft, körperliche Bedrohung und Mortalität.