In der Krise die Lebens-Mission finden

In der Krise die Lebens-Mission finden

Top-Coach René Otto Knor zeigt eine Übung, die uns jetzt zu unseren wahren Zielen führen kann. Plus: Wie Sie die gefühlte Enge in Weite verwandeln können!

Lust aufs LEBEN: Wie können wir mit der neuen Situation jetzt sinnvoll umgehen?
René Otto Knor: Ich beobachte, sowohl im Alltag als auch jetzt, dass es zwei Gruppen von Menschen gibt: die, die es schaffen bzw. schaffen werden und jene, die in ihren Herausforderungen hängen bleiben.

Lust aufs LEBEN: Wie kann man von der zweiten Gruppe in die erste springen?
René Otto Knor: Was nützt, ist eine wirksame Struktur, mit der wir wiederum die Grundstruktur des Denkens beeinflussen können. Das vermag meine Lebens-Erfolgs-Formel „GEHE“, die sich auf das Konzept der Bedeutungsgebung stützt. Diese können wir jetzt alle mehr denn je anwenden!

Life-Coach René Otto Knor

Lust aufs LEBEN: Was bedeutet GEHE im Detail?
René Otto Knor: GEHE ist die Abkürzung für: Gedanken produzieren Emotionen, diese führen zu Handlungen und diese münden in Ergebnissen.
Die eine Gruppe ist in der Lage, aus diesen Ergebnissen wiederum ein positives Gefühl bzw. eine positive Auswirkung zu produzieren, die andere produziert negative Auswirkungen und Gefühle. Wir müssen also an unseren Gedanken und Gefühlen ansetzen, um positive, erwünschte Ergebnisse zu produzieren. Das kann jeder erlernen.

Der Leitsatz dabei ist: Die Zukunft ist kein Schicksalsschlag. Sondern die Folge deiner Entscheidungen.

Lust aufs LEBEN: Viele Menschen empfinden jetzt Gefühle der Einsamkeit, vielleicht auch Langeweile oder Leere, da ihr soziales Umfeld häufig wegfällt, vielleicht auch ihr Job und die gewohnten Tätigkeiten. Wie lässt sich eine gefühlte Leere jetzt produktiv und in Hinblick auf die Zukunft füllen?
René Otto Knor: Die Enge im Denken führt zu mehr Leere. Und das produziert automatisch mehr Mangel.
Wenn Sie Ihr ganzes Leben lang im Kloster sitzen, ist es auch physisch eng. Wenn Sie im Gefängnis sitzen, ist es auch physisch eng. Aber es gibt eben Menschen, die unabhängig von den physischen Begebenheiten eine geistreiche Weite entwickeln, und dadurch auch Fülle erfahren im Geistigen.

Lust aufs LEBEN: Viele fühlen sich jetzt auch sprichwörtlich gefangen …
René Otto Knor: Menschen, die im normalen Alltag eine Leere produzieren, erleben eine Situation, die wir jetzt in der breiten Bevölkerung erleben. Das, was jetzt passiert, ist oft nicht nur das Erleben einer Enge im Denken – wie viele es im „normalen“ Alltag erfahren – es kommt jetzt auch eine physische Enge dazu. Diese Situation potenziert das subjektive Erleben von Leere.

Lust aufs LEBEN: Wie können wir diese Leere „reframen“, also positiv umdeuten und nützen?
René Otto Knor: Die Leere weicht immer mit der Frage: WIDEG. „Wofür ist das eine Gelegenheit?“

Lust aufs LEBEN: Wie wäre es also, wenn wir die Krise dazu nützen, uns mit unseren Visionen und Lebensträumen zu beschäftigen: Haben Sie dazu eine Übung, die jeder für sich nun zuhause in aller Ruhe machen kann?
René Otto Knor: Die Missionsübung beschäftigt sich mit der Lebensaufgabe. Sie nützt die Enge als Tor in die Weite und funktioniert in folgenden Schritten:

1. Schließen Sie die Augen, atmen Sie tief durch, entspannen Sie Ihren Körper wie bei einer Meditation.

2. Stellen Sie sich nun drei bedeutsame Erlebnisse bzw. Erfahrungen im Alter zwischen zwei und 20 Jahren vor, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind. Welche drei Ereignisse haben Sie besonders geprägt? Achten Sie auf Bilder und Situationen, die aufkommen, es können auch schwierige, schmerzliche Ereignisse sein.

3. Dann machen Sie sich Gedanken, in welcher Weise Ihnen diese Erlebnisse nützlich waren: Was konnten Sie dabei lernen und für Ihr Leben ableiten?

4. Anschließend stellen Sie sich in Ruhe und Stille vor, Sie würden lebenslänglich im Gefängnis sitzen. Im Gefängnis haben wir alles nicht, was wir im Alltag haben: Job, Partner, Besitz. Dadurch wird in der Enge ein Raum frei.

5. Stellen Sie sich nun folgende Fragen und lassen Sie die Antworten durch ihre Intuition in der Stille erscheinen:

- Wie würde mein Leben im Gefängnis aussehen?
- Was würde ich den ganzen Tag tun?
- Welche Tätigkeiten, welche Fähigkeiten würde ich ausbauen?

Durch das Erleben und Fühlen der Enge entdecken wir unsere Weite und unseren tieferen Lebens-Sinn, der unabhängig vom Außen ist.

6. Im nächsten Schritt stellen wir uns vor, welche Vision wir zu unserer Mission entwickeln können. Vision bedeutet: die vollkommene Erfüllung in Bezug auf die eigene Mission und wie sie sich auf dieser Erde präsentiert. Wie sieht die verwirklichte Mission aus, wenn alles sich erfüllt hätte? Das ist die Vision.

7. Unter der Berücksichtigung der Mission und Vision stellen Sie sich nun die Frage: Wo sehe ich mich in zehn Jahren? Wenn mir alle Ressourcen und Möglichkeiten zur Verfügung stehen würden und ich wüsste, dass alles mit Garantie so eintreten würde, welcher Mensch wäre ich in zehn Jahren? Berücksichtigen Sie dabei alle 5 Lebensbereiche: beruflich, privat, gesundheitlich, finanziell, besonderes Wachstum seelisch-geistig.

8. Der nächste Schritt ist, ein konkretes Ziel dazu zu definieren, das Sie in der nahen Zukunft erreichen werden. Es führt dazu, die Vision bzw. Mission zu erfüllen.

9. Der letzte und entscheidende Punkt ist den „Point of no return“ zu schaffen und zu überschreiten. Das bedeutet, jene Maßnahmen zu setzen, die es braucht, sodass es kein Zurück mehr gibt.

Lust aufs LEBEN: Was sind die Beispiele aus Ihrem Leben dazu?
René Otto Knor: Mit etwa zehn Jahren war ich auf Skikurs und wollte unbedingt der Beste sein, gereicht hat es jedoch „nur“ für das Schlusslicht. Doch beim Abschluss bekam ich eine Urkunde als „bestes Schlusslicht“. Es stand beschrieben, dass „ich mit Hingabe darum gekümmert, dass alle sicher sind, dass jeder gut runterkommt, das Wohl der Gruppe so in den Vordergrund gestellt habe…“

Mit 13 Jahren waren in meinem Ort die Familien und die Gemeinschaft zerbrochen. Mir war es ein Anliegen, etwas zu tun, um diese wieder zu vereinen. Meine Idee: mit allen Kindern aus dem Ort einen Zirkus zu machen, wo wir alle Eltern eingeladen haben. So haben alle zusammengefunden und miteinander geredet. Ich selbst war Zirkusdirektor: die Kinder hatten ihre Freude beim Darstellen und ich wollte, dass diese Gemeinschaft im Dorf wieder entsteht und zusammenwächst.

Lust aufs LEBEN: Was haben Sie daraus für sich abgeleitet?
René Otto Knor: Abgeleitet von dieser Rückschau habe ich meine Mission fürs Leben erkannt. Im Erwachsenenalter war ich ja auch Führungskraft. Mein großes Anliegen war immer, der Gruppe zu dienen und jeden einzelnen und die Gruppe bestmöglich weiterzubringen. Und genau darin fußt meine Mission: die Menschen dahingehend zu begleiten, dass sie ein glückliches, erfolgreiches und erfülltes Leben führen. In meinem Beispiel würde das bedeuten, dass ich aus dem Gefängnis heraus dazu beitrage, dass Menschen glücklich und sinnerfüllt leben. Diese Mission treibt mich jeden Tag an.

Wer jetzt noch mehr an seinem neuen Leben arbeiten möchte, kann das Buch „New Life Design“ von René Otto Knor hier kostenlos downloaden.