Intelligente Menschen haben weniger Freunde

Intelligente Menschen haben weniger Freunde

Wer wenig Freunde hat, könnte besonders schlau sein, haben Forscher herausgefunden.

Überall beliebt, überall dabei – bei intelligenten Menschen soll das anders sein. Forscher der London School of Economics und der Singapore Management University wollten anhand einer Studie mit 15.000 Personen herausfinden, was das Leben lebenswert macht. Dabei stellten sich zwei zentrale Erkenntnisse heraus: Erstens waren Menschen, die in weniger dicht besiedelten Gebieten leben, zufriedener. Zweitens empfinden Menschen mit mehr sozialen Kontakten auch mehr Glück. Doch dabei gibt es eine Ausnahme: Jene Menschen, die überdurchschnittlich intelligent sind. Bei ihnen steht die Qualität der Beziehungen offenbar vor der Quantität: Sie gaben in der Befragung nämlich an, dass sie nur einen kleinen Freundeskreis brauchen würden, um glücklich zu sein.

Ursprung in der Evolution

Die Forscher begründen das damit, dass die heutigen Anforderungen des Lebens sich nicht ganz mit der ursprünglichen Auslegung des Gehirns vereinbaren ließen. Evolutionsbiologisch seien Menschen ursprünglich darauf ausgerichtet, mit wenigen Menschen in einem großen Umfeld zu leben. Heute ist das allerdings meist nicht mehr der Fall, denn die meisten Menschen wohnen eher mit vielen Menschen in kleinen Zonen. Das lässt sich auch auf Freundschaften umlegen: So wäre das Leben ursprünglich darauf ausgerichtet, in kleinen Gruppen lebenslange Freundschaften zu hegen. Durch die technische Entwicklung hat sich das jedoch verändert: Intelligente Menschen sehen sich dadurch überfordert. Demnach bevorzugen sie das eigentliche Lebenskonzept ganz nach dem Motto "Ein kleiner, aber feiner Freundeskreis reicht völlig aus."