Die Kraft der Umarmung

Die Kraft der Umarmung

Die Wirkung von Umarmungen wird oft unterschätzt. Darum sollten wir uns viel öfter knuddeln!

Während in südlichen Ländern herzliche Umarmungen zum Alltag gehören, geht man hierzulande eher geizig mit solchen Drückereien um. Dabei hat eine Umarmung eine enorme Kraft: Sie zeigt, dass wir uns gemocht, geliebt, geschätzt oder beschützt fühlen – abhängig von der Situation und der-/demjenigen, der die Umarmung teilt.


Solche "Hugs", wie sie auf englisch bekanntlich heißen, geben einfach rundum ein gutes Gefühl. Wenn sie inniger ausfällt, wie zum Beispiel unter Liebespartnern oder innerhalb der Familie, wird das Kuschelhormon Oxytocin freigesetzt, das für Entspannung und das Gefühl von Geborgenheit sorgt, was Stress und Ängste reduziert, positive Energie freisetzt und Kraft gibt. Es ist so etwas wie der Grundstein für Vertrauen und menschliche Bindungen.
Damit die Umarmung ihre volle Wirkung entfalten kann, sollte sie mindestens 20 Sekunden lang andauern. Am besten mehrmals täglich!

In jeder Hinsicht gut für's Herz

Beim Berühren der Haut werden aber auch die dort ansäßigen Druckrezeptoren aktiviert. Diese wiederum senden Signale an den Vagusnerv, der auch für die Senkung des Blutdrucks verantwortlich ist. Auch dem Herz tun Umarmungen richtig gut: Einer US-Studie zufolge haben Menschen, die keinen Kontakt zu ihrem Partner haben, eine höhere Herzfrequenz als solche, die mit ihm/ihr in körperlicher Verbindung stehen.


Wissenschaftler der Ohio State University fanden auch heraus, dass die Bedeutung der Umarmung mit zunehmendem Alter wichtiger für die Gesundheit wird. Denn Einsamkeit im Alter ist ein deutlicher Stressfaktor. Wer häufig umarmt wird und umarmt, profitiert von einem Gefühl der Verbundenheit, und das Stresslevel nimmt ab. Denn Umarmungen führen auch dazu, dass der Pegel des Stresshormons Cortisol fällt. Nur so ist es möglich, Anspannungen zu lösen und zur Ruhe zu kommen.

Der Grundstein dafür werde schon in der frühen Kindheit gelegt, so weitere Studien: Babys, die oft umarmt werden, können sogar als Erwachsene besser mit Stress umgehen und sich besser entspannen. Und: Das Gehirn von Babys, die zu wenige Umarmungen erhalten, war einer Studie der Duke University in North Carolina um bis zu 20 Prozent kleiner als das ihrer Altersgenossen.