Jetzt: Nahrung für die positive Kraft

Jetzt: Nahrung für die positive Kraft

Berater und Coach Renè Otto Knor über eine Haltung für eine positive Zukunft nach den aktuellen Ereignissen.

Österreich ist als Land Opfer eines verheerenden und schockierenden Terroranschlages geworden - ausgerechnet an jenem Abend, an dem viele Menschen den letzten vergnüglichen Abend gemeinsam mit ihren Freunden vor dem neuerlichen Lockdown in der Wiener Innenstadt genießen wollten, während andere bereits wegen der neuerlichen Maßnahmen um ihre Existenz und Zukunft bangen und sich bereits fragen, wie es existenziell, mit ihrer Familie, ihrem Unternehmen, ihrer Arbeit oder der Gesundheit weiter gehen soll. Immer mehr Studien zeigen auch die Auswirkungen, welche Corona und die Maßnahmen auf die mentale Gesundheit der Menschen haben.

Viele Medien sind voll mit Negativmeldungen, und angesichts der vielen Ereignisse, die in irgendeiner Weise jeden von uns treffen und Angst und Sorgen schüren, scheint es, als wäre die Welt global in einer Abwärtsspirale gefangen.

Doch auch, wenn wir die jetzige Situation als geschehen und gegeben annehmen müssen, fordern uns die aktuellen Ereignisse einmal mehr dazu auf, bei uns selbst zu bleiben und im Sinne einer konstruktiven Zukunft besonnen mit der aktuellen Lage umzugehen. Der Berater und Coach René Otto Knor stellt trotz und vor allem wegen aller Kraft der Geschehnisse den Friedensgedanken jetzt erst recht in den Mittelpunkt. Denn wir entscheiden, welche Kraft wir rund um uns herum aktivieren und nähren wollen – im Großen wie im Kleinen, im persönlichen Leben wie im Umgang mit dem Weltgeschehen. "Solange Völker wie auch einzelne Menschen ihre eigenen Geschichten nicht aufgearbeitet und bereinigt haben, wird es immer dazu führen, dass sich eine Seite über die andere stellt und es dadurch ein Oben und ein Unten gibt, was Frieden unmöglich macht", so René Otto Knor.

Auch, wenn die Wut und der Zorn in vollem Ausmaß verständlich seien und es unvorstellbar schrecklich sei, einen Menschen durch einen Terrorakt zu verlieren, brauche es nun eine Gegenbewegung, um die Dynamik der Negativität und Zerstörung nicht weiter zu nähren. "So lange ein Mensch glaubt, dass er besser und richtiger als der andere ist, sieht er automatisch von oben auf den anderen herab, und das schürt den Hass und die Destruktivität weiter. Diese Haltung zeigt sich auch, wenn wir unabhängig von seiner Tat darüber froh sind, dass ein Mensch 'ausgeschaltet' worden ist", so Knor.

Welcher Mensch möchte ich sein?

Wichtig sei es nun, sich nicht über andere zu erheben, sondern am Boden und bei sich selbst bleiben. Dieses Bewusstsein kann jeder von sich im Alltag anwenden und in seinem persönlichen Einflussbereich die positiven Kräfte aktivieren. Wenn wir auch glauben mögen, dass wir machtlos sind, so sind wir es in Wahrheit nicht. Zwar können wir nicht die Welt im Außen komplett verändern, doch wir können in unserem eigenen Einflussbereich beginnen.

Wenn wir der Angst keinen weiteren Nährboden geben, so René Otto Knor weiter, können wir uns jetzt Fragen stellen wie:

- Wie möchte ich mit der Situation jetzt und in Zukunft umgehen?
- Was möchte ich als Mensch bewegen in dieser Zeit?
- Welcher Mensch möchte ich jetzt und in Zukunft sein?
- Wie möchte ich mich selbst erleben am Ende dieser herausfordernden Zeiten?
- Wie möchte ich dann im Leben stehen? Wie ein starker Baum oder gebrochen?
- Wie kann ich Sinn stiften, der mir selbst und auch dem Ganzen dient?

Blick auf Ziele richten

Dazu rät der Berater, den Blick in die Zukunft zu richten, denn Energie folgt der Aufmerksamkeit: "Während des Lockdowns können wir unseren Fokus auf den Frühling richten und darauf, wie zu dieser Zeit alles gut ist und es für uns gut weiter geht", sagt Knor. Das aktiviert unser Unbewusstes und auch unser Bewusstsein, nötige Gedanken zu produzieren, auf die gute Gefühle wie Hoffnung, Mut und Zuversicht folgen und die uns wiederum die richtigen Handlungsschritte setzen lassen.
Längerfristig legen wir den Fokus auf die kommenden Jahre und stellen uns die Frage, wie unser Leben dann aussehen soll. Wir richten den Blick dann gedanklich zurück auf 2020 und erleben, dass alles gut ist.

Tatsache ist: Was auch immer passiert, es geht weiter, und wir haben so viel mehr Macht als wir oft denken, um das WIE zu gestalten. "Wir können den positiven Blick auf die Zukunft noch verstärken und uns überlegen, wie ein friedvoller und bejahender Weg bei solchen Herausforderungen aussehen kann", sagt Renè Otto Knor. Denn viele Menschen würden es schlichtweg unterschätzen, was sie in zehn Jahren erreichen können. Dabei kann jeder in seinem Umfeld beginnen: Mit der Familie, den Mitmenschen, den Nachbarn und mit sich selbst.