Neujahrsvorsätze? Machen Sie lieber das!

Neujahrsvorsätze? Machen Sie lieber das!

Willenskraft ist nicht der Weg, um Vorsätze einzuhalten. Laut Positiver Psychologie geht es vor allem darum, sich gut zu fühlen – dann klappt's auch mit den Zielen.

Alle Jahre wieder nehmen wir uns vor, was im neuen Jahr alles anders wird. Doch spätestens Ende Jänner sind alle guten Vorhaben über Bord geworfen und alte Muster haben sich wieder durchgesetzt. Kennen Sie das? Dann haben Sie die falsche Strategie gewählt, sagen Positive Psychologen. Denn Willenskraft alleine reicht nicht aus, um nachhaltige Veränderung herbeizuführen.

Ein starkes Warum versetzt Berge

Entscheidend ist vor allem, wie wir uns bei der Sache fühlen. Sind wir nämlich in einem guten emotionalen Zustand, dann sind wir auch energiereich, motiviert und zuversichtlich. Wenn wir nämlich im Mangel sind – also davon ausgehen, dass etwas an uns nicht richtig ist oder fehlt – bedeutet das für das Gehirn einen Stresszustand. Vorsätze an sich bedeuten also Stress.
Und wenn das Gehirn in Mustern aus Stress und Negativität feststeckt, programmieren wir uns selbst auf Misserfolg. Wenn wir also nur sagen "Ich will zum Rauchen aufhören" oder "Ich will 20 kg abnehmen", fehlt das starke, emotionale Warum, das der Magnet beim Erreichen unserer Ziele ist. Finden Sie also das Warum und visualisieren Sie den Endzustand: Was ist der tieferliegende Grund, um mit dem Rauchen aufzuhören? Vielleicht gesünder und vitaler zu sein uns insgesamt zu einem neuen Menschen zu werden, der nach neuen Werten lebt?
Warum wollen Sie wirklich den Umsatz in Ihrem Unternehmen verdoppeln – etwa, weil Sie mit dem neuen Kapital konkrete gute Dinge für die Welt bewegen und selbst Ihre Freiheit leben können?
Wie wir die Welt erleben und uns in ihr bewegen, verändert sich laufend basierend auf unserem Mindset, und das bestimmt, wie wir uns fühlen. Es ist also entscheidend, unsere Gedanken so auszrichten, dass sie uns unterstützen und nützen und uns die Kraft geben, erfüllter und erfolgreicher zu sein - und eben auch zu erreichen, was wir uns vorgenommen haben.

Mit tiny habits zum guten Gefühl

Wenn wir unser Gehirn also täglich auf positive Gefühle ausrichten, haben biologisch gesehen einen Vorteil gegenüber neutralen oder negativen „Programmierungen“. Wenn wir die eigene Positivität stärken, verbessern wir nicht nur unseren eigenen Gefühlszustand, sondern auch die Produktivität und Umsetzungskraft.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, positive Gefühle zu produzieren und damit die Motivation für Veränderung zu steigern. Eine davon sind kleine Gewohnheiten – die sogenannten tiny habits. Denn was wir denken oder tun beeinflusst unseren Gefühlszustand und damit, wie wir uns den Tag über fühlen.
Dr. BJ Fogg erklärt in seinem Buch "Tiny Habits" (btb Verlag, € 15,00) eine Technik wie folgt: Wenn wir neue, kleine Gewohnheiten gezielt mit einer Alltagssituation verknüpfen, erschaffen wir kleine Ankermomente, die wir feiern und uns damit jedes Mal freuen können. Überlegen Sie sich dazu einige Schlüsselmomente aus ihrem Alltag - beispielsweise, wenn Sie den Computer gestartet, das Auto abgestellt oder sich die Hände gewaschen haben. Überlegen Sie sich zu jeder dieser wiederkehrenden Alltagssituation eine kleine Routine, die Sie installieren wollen. Zum Beispiel:

* Nachdem ich mein Auto abgestellt habe – werde ich tief durchatmen
* Nachdem ich den Computer gestartet habe – werde ich ein Glas Wasser trinken
* Nachdem ich die Hände gewaschen habe – werde ich mir im Spiegel selbst danke sagen
etc.

Sie werden sehen, wie Sie sich schon bald insgesamt anders fühlen – und wie es dann plötzlich leicht wird, auch in anderen Lebensbereichen Veränderungen zu verwirklichen. Na dann: Happy 2022!