Was wir von den Philosophen lernen können

Was wir von den Philosophen lernen können

Unternehmensberaterin und Coach Carola Payer zeigt, wie wir mit den vier philosophischen Kompetenzen Staunen, Skepsis, Mut und Humor die Corona-Situation positiv meistern können.

Die vier philosophischen Kompetenzen Staunen, Skepsis, Mut und Humor unterstützen bei einem agilen und flexiblen Alltag – während der Corona-Situation aber auch im "normalen" alltäglichen Leben.
Ihnen entsprechen vier relevante Handlungsweisen, die uns herausfordernde Situationen nicht nur mit mehr Leichtigkeit und Freude meistern lassen, sondern uns auch zu neuen, kreativen Lösungen führen.

1. Staunen

Coach Carola Payer blickt mit Team und Klienten positiv in die Zukunft.

Wir reagieren auf Abweichungen unserer Gewohnheiten und Erwartungen sehr rasch mit negativen Gedanken und heftigen, triebhaften Gefühlen. "Ärger, Wut, Enttäuschung und Sorgen fressen sich schnell in unser Inneres ein – und sie machen uns schwach", sagt Carola Payer, "Dadurch können wir uns weder selbst noch andere klar wahrnehmen. Wir werden handlungsunfähig."

Wer anstatt in die negativen Bauchemotionen zu fallen einfach einmal über das Erlebte staunt, kann sich für Lösungen öffnen und wird weniger von seiner Emotion kontrolliert. Man kann sich dabei staunend fragen: "Wovor habe ich Angst?", "Woran hänge ich?" oder "Wovon bin ich abhängig?" Und sich selbst nach der Erkenntnis sagen: "Aha! Davor habe ich Angst!" oder "Oh, hier spüre ich eine Sorge!" Denn: Wer staunt, ist neugierig, und Neugierde lässt uns offen für Lösungen sein!

2. Skepsis

Ein Thema, eine Situation oder eine Person von vielen Seiten zu betrachten ist die Fähigkeit der positiven Skepsis. "Sie zeichnet sich dadurch aus, dass wir damit die unterschiedlichen Wahrnehmungen kreativ nutzen können", sagt Carola Payer, "Menschen, die Skepsis beherrschen, beurteilen nicht so schnell in Richtung 'wahr' oder 'unwahr' bzw. 'richtig' oder 'falsch'". Wer die Fähigkeit der Skepsis besitzt, kann sich auch mit anderen Menschen auf Augenhöhe austauschen anstatt in bisherigen Denkmustern zu verharren, die eng und unfrei machen.

3. Mut

Mut bedeutet jetzt Mut zu sich selbst: "Wenn wir uns nirgendwo hin flüchten oder uns in keiner Rolle verstecken können, dürfen wir unseren Selbstwert entdecken und uns mutig in die Augen schauen", sagt Carola Payer.

Auch in Beziehungen braucht es jetzt Mut: So geht es nun auch darum, einander Grenzen zu setzen und stopp zu sagen, wenn uns etwas im engen Zusammenleben stört. "In unsicheren Zeiten können wir nun auch mutig Neues üben - ohne zu wissen, was dabei herauskommen wird." Mut ist die Kompetenz, die wir brauchen, um zu wachsen und Neues ins Leben zu lassen!

4. Humor

Beim Humor geht es um die Fähigkeit, etwas leicht anstatt schwer zu nehmen, ohne dabei verantwortungslos zu sein. "Humor bedeutet heitere Gelassenheit", sagt Carola Payer. So ginge die Figur des Hofnarrs aus ihrer eigenen Befindlichkeit heraus, um für Heiterkeit zu sorgen. Diese Fähigkeit können wir kultivieren und (wieder) erlernen. Zum Beispiel, indem wir täglich mindestens einmal herzlich lachen und diese Situationen aktiv hervorrufen, etwa durch lustige Spiele, Filme oder Wortwitze mit Freunden und der Familie.

Weitere Informationen unter www.payerundpartner.at und auf Carola Payers YouTube-Kanal SELF agil.

BUCHTIPP: "Die Dosis macht das Gift – Wie Verhalten zum Geschenk oder zur Qual wird", SELF Verlag, Carola H. Payer, € 22,--