Schlafmangel macht depressiv

Schlafmangel macht depressiv

Wer oft mit Ängsten und starken Stimmungstiefs zu kämpfen hat, sollte sein Schlafverhalten überdenken. Hier sind neue Tipps für guten Schlaf!

Zu kurze Ruhephasen behindern nicht nur die körperliche sondern auch die psychische Regeneration. Wer zu wenig schläft, hat eine eher negative Wahrnehmung, wie Forscher des Karolinska Institutet festgestellt haben. "Dieses Ergebnis kann uns helfen zu verstehen, wie chronische Schlafstörungen, Müdigkeit und Schläfrigkeit zu psychischen Erkrankungen beitragen, so wie Depressionen", meint Studienautorin Sandra Tamm.

REM-Phase lässt emotionalen Stress verarbeiten

"Schlaf wirkt sich auf allen Ebenen aus. 70 Prozent der körperlichen und 100 Prozent der psychischen Regeneration hängen vom Schlaf ab", sagt auch Günther Amann-Jennson, Gründer des Schlafsystemherstellers SAMINA.

Experten teilen den Schlaf in fünf Zyklen aus je 90 Minuten ein. Vor allem die REM-Schlafphase ist für erholsamen Schlaf wichtig. Die REM-Phase ist für die Verarbeitung von emotionalem Stress entscheidend und kommt immer am Ende. Deswegen werden siebeneinhalb Stunden Schlaf empfohlen. Wer die REM-Phase jedoch auslässt, erhöht sein Risiko für Angst, Panik, Depression und Burnout.

Wer wenig schläft, reagiert negativer

Für die Studie haben die Forscher die Gehirnaktivität von 117 Probanden mittels MRT und PET untersucht. Das Experiment konzentrierte sich auf die psychologischen Faktoren Gefühlsansteckung. Menschen imitieren die Emotion des Gegenübers mit ihrem Gesichtsausdruck, Schmerzempathie und emotionaler Selbstregulation, was die Fähigkeit umschreibt, die eigene emotionale Reaktion zu kontrollieren.

Dabei stellte sich heraus, dass jene Probanden, die für das Experiment ihren Schlaf reduzierten, eher zu einer negativen Interpretation von Reizen neigten. Nur eine schlaflose Nacht hat bereits Veränderungen im emotionalen Verhalten bewirkt. Vor allem die emotionale Selbstregulation wurde durch Schlafmangel reduziert.

Bettqualität entscheidend

Laut Amann-Jensonn ist die Qualität des Schlafes genauso wichtig wie die Dauer. Um Schlafdefizite zu bekämpfen, müsse vor allem der Schlafraum optimal sein. Schlafraum, Schlafplatz und Bettsystem müssen unbedingt schlafbiologischen Kriterien entsprechen.
Das könnte Sie auch interessieren:
5 Wege, um besser einzuschlafen

Nach der Umstellung auf die Sommerzeit sind viele müde. Aber liegt das nur an der Stunde weniger Schlaf? Diese Ursachen können auch dahinterstecken.