Sport reduziert Menge an Stresshormonen

Sport reduziert Menge an Stresshormonen

Besonders bei depressiven Symptomen wurde eine positive Wirkung von Sport nachgewiesen.

Sport hebt die Stimmung – bei Stress im Beruf oder im Privatleben aber auch bei Depressionen. Die antidepressive Wirkung von Sport auf depressive Symptome wird Veränderungen der Menge von Cortisol, dem Stresshormon, zugeschrieben. Dass Sport das Cortisol beeinflusst, konnte bei gesunden Menschen nachgewiesen werden. Dass Sport aber ähnlich auch bei Menschen mit einer Depression den Cortisolwert verändert, wurde nun von brasilianischen Forschern in einer vergleichenden Analyse gezeigt: häufigerer, anstrengender Sport senkte messbar die Menge an Stresshormon.

Depressionen und Stress hängen oft zusammen

Depressionen und chronischer Stress kommen häufig gemeinsam zum Tragen. Neurobiologisch bewirken Depressionen Veränderungen in den bestimmten Gehirnstrukturen. Diese sogenannte HPA-Achse ist auch als Stressachse bekannt. Veränderungen darin führen auch zu Veränderungen in der Menge an Cortisol, dem Stresshormon. Die Blutwerte dieses Hormons schwanken ganz normal im Tagesverlauf: morgens ist der Wert am höchsten und gibt uns Schwung beim Aufwachen, tagsüber kommt es immer wieder mal zu kleinen, natürlichen Anstiegen.

Ist der Cortisolwert dauerhaft oder zu häufig erhöht, stehen wir ‚unter Strom‘ und sind im Stress. Dauer der Stress zu lange, kommt es schließlich zu einem Erschöpfungsstadium. Bei Patienten mit Depressionen gibt es messbare, auffällige Veränderungen und Ungleichgewichte im Cortisolwert. Dies wirkt sich auch auf die depressive Erkrankung aus: antidepressive Medikamente scheinen weniger gut bei erhöhtem Cortisolwert, als veränderter Stressachse, zu wirken (Fischer und Kollegen, 2017 im Fachjournal Neurosience & Biobehavioral Reviews erschienen). Die antidepressive Wirkung von Sport auf depressive Symptome wird Veränderungen der Cortisolwerte zugeschrieben. Dass Sport das Cortisol beeinflusst, konnte nämlich bei gesunden Menschen nachgewiesen werden. Ob Sport aber ähnlich auch bei Menschen mit einer Depression den Cortisolwert verändert, ist bisher nicht klar. Dazu führten brasilianische Forscher nun eine Literaturrecherche und vergleichende Analyse (Meta-Analyse) durch.

Aerobic wirkt besonders

Es zeigte sich im Studienvergleich, dass im Vergleich zu den Kontrollgruppen die Cortisolwerte messbar in den Sportgruppen gesenkt wurden. Dabei waren die verschiedenen Sportarten aber offenbar unterschiedlich effektiv. Besonders deutlich schien Aerobic das Cortisol zu senken, Krafttraining dagegen nicht. Auch die Häufigkeit der sportlichen Aktivitäten war relevant: die deutlichste Senkung der Stresshormon-Werte wurde mit fünfmal wöchentlichem Sport erreicht. Dreimal wöchentlicher Sport senkte die Werte mäßig, zweimal wöchentlich zeigte dagegen im Studienvergleich keinen messbaren Effekt mehr. Allerdings standen nur wenige Untersuchungen mit starken Unterschieden in den Messmethoden und Trainingsansätzen zum Vergleich zur Verfügung – die Ergebnisse sind im Detail also mit Vorsicht zu betrachten.

Sport senkt Stresshormone bei Depressionen

Sportliche Aktivität senkt damit auch bei Menschen mit einer Depression die Mengen an Cortisol, dem Stresshormon. Wie effektiv dies aber funktioniert, ist wohl abhängig von Sportart und Häufigkeit. Die Ergebnisse deuten darauf, dass häufiger Sport besser wirkt und eventuell schweißtreibende Sportarten (Aerobic) stärkere Effekte haben könnten. Mit Blick auf antidepressive Medikamente, die offenbar besser bei niedrigeren Cortisolwerten wirken, bietet sich somit regelmäßiger Sport als verstärkende Therapie bei Depressionen an.