Warum wir diesen Satz aus Beziehungen streichen sollten

Warum wir diesen Satz aus Beziehungen streichen sollten

Er ist schnell gesagt aber trifft mitten ins Selbstwertgefühl: Vor allem bei Kindern, aber manchmal auch bei Erwachsenen.

"Sei nicht so laut!", "Sei nicht so wild!", "Sei nicht immer gleich beleidigt!" – kurz: "Sei nicht so, wie du bist!" Wie mag sich ein Kind bloß fühlen, wenn es ständig solche Dinge hört?
Was schnell und womöglich ohne viel darüber nachzudenken herausgesprudelt wird, kann in den kleinen Seelen schwerwiegende Minderwertigkeitsgefühle auslösen. Denn all diese "Sei nicht so"-Botschaften vermitteln unterm Strich nur eines: Dass das Kind nicht gut ist, wie es ist.


Zielführender ist, die Kinder auf ein konkretes Verhalten hinzuweisen, das sie in diesem Moment gerade an den Tag legen. Somit wird die Kritik von ihrer Person entkoppelt. Schließlich sollten Kinder immer das Gefühl haben, als Person bedingungslos geliebt zu werden, auch dann, wenn Sie etwas tun, was unerwünscht ist.

Wiederholung bei Erwachsenen

Tatsächlich kommen "Sei nicht so!"-Sätze auch häufig in Erwachsenenbeziehungen vor. Da ist die Botschaft zwar leichter zu verkraften, dennoch bringt sie genau nichts für eine konstruktive Kommunikation mit beidseitiger Empathie. "Sei nicht immer so emotional!", "Sei nicht so langweilig!", "Sei nicht so überdreht!" oder was auch immer – in den meisten Fällen bewirkt derartige Kritik nach dem Gießkannenprinzip doch ohnehin nur, dass die andere Person sich unverstanden fühlt und deshalb nur mehr auf die Barrikaden steigt.


Was hilft, wenn man sich selbst oft solcher Phrasen bedient: Sich überlegen, ob man diese Sätze in der Kindheit womöglich selbst oft hören musste. Dann kann es nämlich sein, dass man deshalb auch anderen solche Aussagen an den Kopf wirft.


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