Warum zerbrechen Frauenfreundschaften?

Warum zerbrechen Frauenfreundschaften?

Oft kennen Frauen ihre BFF schon seit Jahrzehnten – und doch überdauert diese tiefe Freundschaft so manche Krise nicht.

Die beste Freundin ist immer da – in guten wie in schlechten Zeiten. Männer können kommen und gehen, doch die BFF bleibt. Eine britische Umfrage mit mehr als 1.500 Teilnehmerinnen hat sogar ergeben, dass mehr als die Hälfte der Frauen sich ihrer besten Freundin stärker verbunden fühlt als ihrem Partner. 44 Prozent der Frauen beispielsweise sagen ihren Männern nicht alles, sondern vertrauen ihre tiefsten Geheimnisse lieber der besten Freundin an.
Trotzdem passiert es irgendwann, gar nicht so selten, dass selbst diese scheinbar unerschütterliche Verbindung zwischen Seelenfreundinnen zerbricht. Warum sind Frauenfreundschaften selbst nach vielen Jahren oft doch nicht stark genug, um Krisen auszuhalten? Das sind die häufigsten Gründe, warum Frauenfreundschaften auseinandergehen:

Neue Rollen

Wenn eine oder beide ihre Lebenskonzepte geändert haben, kann es zum klassischen Auseinanderleben kommen. Die eine ist Single, die andere auch, bis sie irgendwann heiratet und ins Familienleben eintaucht. Oft überlebt diese Veränderung die Beziehung nicht, weil die bisher wichtigsten Gemeinsamkeiten, nicht selten auch "Leidensgemeinschaften", fehlen.

Vertrauensbruch

Wenn man von der besten Freundin hintergangen wird, ist das Vertrauen – die sichere Basis der Beziehung – erschüttert. In diesem Fall ist es oft unmöglich, dieses Fundament wieder herzustellen.

Konkurrenz

Neid und Konkurrenz unter Freundinnen wird oft tabuisiert. Doch es ist ein häufiger Grund, warum Frauen selbst nach vielen Jahren dann doch getrennte Wege gehen, und jede ihren Fokus auf ihr eigenes Leben richtet.

Zu hohe Erwartungen

Ebenso wie in Paarbeziehungen kann es gerade bei sehr engen Frauenfreundschaften passieren, dass von einer oder von beiden Seiten sehr hohe Erwartungen an die andere gestellt werden. So soll die BFF zum Fortgehen immer bereit sein, sich stundenlang immer die gleichen Probleme anhören, obwohl sie selber genug hat oder beim Umziehen helfen. Zu viel Verantwortung und zu hohe Erwartungen an eine Person zu stellen ist für niemanden gut. Irgendwann erzeugt es nur mehr Druck – bis eine geht.

Egotrip

Ein Ungleichgewicht in Beziehungen führt früher oder später wohl immer zum Kollaps – auch bei Frauenfreundschaften. Ist die eine immer zur Stelle, während die andere macht, was sie will? Dann führt das irgendwann zu dem Gefühl, trotz vermeintlich "enger" Freundschaft doch alleine und einsam zu sein. Und das geht dann nicht mehr lange gut.

Selbstwert-Ausgleich

Immer wieder kommt es vor, dass sich eine vermeintlich "starke" Frau eine schwächere als BFF sucht, um ihren eigenen fehlenden Selbstwert vermeintlich auszugleichen. Das Prinzip: "Indem ich täglich erlebe, dass es dir noch schlechter geht als mir, fühle ich mich selber besser." Solche Mangel-Beziehungen können lange vermeintlich "gut" gehen. Doch eben nicht für immer. Denn irgendwann wacht die andere auf und nimmt selbst Verantwortung für sich: Sie möchte nicht mehr länger in dem Schatten ihrer "besten Freundin" stehen.

Neue Bedürfnisse

Menschen ändern sich – und so auch ihre Bedürfnisse. Vielleicht hatten beide Frauen einst das gemeinsame Bedürfnis, Party zu machen und zusammen immer gut drauf zu sein, während zumindest eine von beiden den Rückzug und die Stille für sich entdeckt. Wenn die Gemeinsamkeiten schwinden, tut das oft auch der Freundschaft nicht mehr gut.

Kränkungen

Viele Frauen neigen dazu, Harmonie zu suchen und Konflikte zu vermeiden. Leider führt genau das dann immer wieder zu Konflikten oder tiefen Kränkungen, die irgendwann die Beziehung so stark belasten, dass sie auseinandergeht. So kann es zum Beispiel sein, dass sich eine der Frauen nicht mehr gebraucht, geschätzt oder häufig ausgeschlossen und zurückgewiesen fühlt. Auf Dauer kann das dem Selbstwertgefühl schaden und auch die Sicht auf die Freundin so stark trüben, sodass man irgendwann lieber getrennte Wege geht.

Das können Sie tun, wenn die Freundschaft in Gefahr ist:

Wie bei einer Paarbeziehung ist oft tatsächlich eine Trennung das Beste. Doch es gibt auch andere Möglichkeiten, der Situation zu begegnen:

Gefühle mitteilen

Suchen Sie das Gespräch mit Ihrer Freundin und teilen Sie ihr mit, wie Sie sich fühlen und was Sie belastet. Zeigt Ihre Freundin Verständnis und geht Sie darauf ein? Dann können Sie der Beziehung noch eine Chance geben.

Die Beziehung anders priorisieren

Beziehungen können sich verändern - und das muss nicht gleich das völlige "Aus" bedeuten. So mag die BFF vielleicht nicht mehr die BFF sein, aber dennoch eine Freundin. Denn kein Mensch kann eben alles erfüllen!

Sich verabschieden

Niemand sollte an ungesunden Beziehungen festhalten. Daher kann es oft das Beste sein, den Abschnitt mit der BFF im Guten zu bewahren und die Beziehung zu ihr zu beenden. Weil das Leben in neuer Weise weitergeht!