Was macht uns wirklich glücklich?

Was macht uns wirklich glücklich?

Die deutsche Therapeutin Dami Charf hat ein Buch über die drei Quellen echten Lebensglücks geschrieben.

Sich vollkommen wohl und geborgen fühlen in der eigenen Haut und gleichzeitig gut aufgehoben in der Welt – das wünschen wir uns doch alle. Doch wie geht das?
Für die Therapeutin und Trauma-Expertin Dami Charf ist vor allem bedeutsam, mehr Verbundenheit zu erfahren und sich selbst dem Fluss des Lebens hinzugeben – dieser verläuft nämlich nie linear, sondern spiralförmig. Wie glücklich wir sind, hängt also sehr stark damit zusammen, wie gut wir uns anpassen und zum Lebenskünstler werden können. Sie führt das wahre Lebensglück auf folgende drei Quellen zurück:

1. Emotionen regulieren

"Die erste wichtige Quelle für unser Lebensglück heißt Selbstregulation", sagt Dami Charf, "Sie ist ungeheuer wichtig, dennoch haben erstaunlich viele Menschen noch nichts davon gehört."

Selbstregulation ist die Fähigkeit, uns innerlich so steuern zu können, dass es uns emotional körperlich gut geht. "Es ist die Grundlage eines erfüllten Lebens", so Dami Charf. Jeder von uns hat ein eigenes Seelisches Toleranzfenster, das einen zentralen Einfluss auf unser Leben, unser Wohlbefinden und unsere Zufriedenheit hat. Das "Window of Tolerance" zeigt unsere persönlichen Grenzen auf. "Die Weite des Fensters gibt vor, wie viel Erregung im Guten wie im Schlechten wir tolerieren können, ohne dabei überfordert und gestresst zu sein, aber auch, wie viel Freude und Glück wir empfinden können", sagt Dami Charf. Oft empfinden wir Emotionen sehr extrem, ohne dass es in der Gegenwart einen echten Grund dafür gibt. Wichtig ist demnach, die Schatten der Vergangenheit hinter uns zu lassen und das Hier und Jetzt bewusst wahrzunehmen und zu erleben. Je mehr wir uns zum Beispiel mit unseren negativen Gefühlen identifizieren, desto mehr neigen wir zur Dramatik!

2. Gesunde Bindungen

Es gibt nichts, was uns schneller glücklich oder unglücklich macht als die Beziehung zu anderen Menschen. "Gute Beziehungen halten uns gesund, sie senken unseren Blutdruck und stärken unser Immunsystem", sagt Dami Charf, "Eine liebevolle Beziehung lässt uns besser mit Stress umgehen und man vermutet inzwischen einen starken Zusammenhang zwischen Depressionen, Angststörungen und Einsamkeit."
Am schlimmsten sei jedoch die Einsamkeit zu zweit, wie Erich Kästner bereits wusste: Darum steigern lediglich gute und gesunde Beziehungen unsere Lebenserwartung und auch unser Lebensglück.

3. Selbstliebe

Selbstliebe ist die Basis von Selbstbewusstsein und Selbstwirksamkeit. Mit Selbstliebe ermöglichen wir uns selbst, ein gutes Leben zu führen, unsere Bedürfnisse zu erfüllen und unsere Ziele zu erreichen. "Selbstliebe ist untrennbar damit verbunden, mit anderen gut in Kontakt zu sein", sagt Dami Charf.

Der größte Gegenspieler der Selbstliebe ist die Scham, die im gesunden Ausmaß ein Schutz ist und ein gutes Zusammenleben erst möglich macht. Wer jedoch giftige Scham empfindet, schämt sich praktisch dauerhaft für sich selbst und hat das Gefühl, als Mensch und Person immer zu wenig und damit nicht gut genug zu sein. Das bedeutet letztlich Angst vor dem Ausschluss aus der Gesellschaft und davor, nicht dazu zu gehören. "Manche verhalten sich aus Scham oberflächlich selbstbewusst und cool, um ihre Schwächen zu kaschieren", so Dami Charf. Dabei sind sie freilich überhaupt nicht in Kontakt mit sich selbst. Beim Erlernen von Selbstliebe stehen Selbstachtung, Selbstannahme und Selbstmitgefühl im Mittelpunkt. Und das ist erlernbar!

Buchtipp:

"Die 3 Quellen echten Lebensglücks – Was wirklich wichtig ist für ein erfülltes Leben"; Dami Charf, GU Verlag, € 23,00