Wie kann ich mich selbst besser akzeptieren?

Wie kann ich mich selbst besser akzeptieren?

Selbstakzeptanz stärkt die Beziehung zu uns selbst und damit auch die Beziehung zu anderen.

1. "Alles ist ein Teil von mir"

Selbstakzeptanz beginnt mit der Einsicht, dass wir Menschen alle alles sind und dass es den perfekten Menschen nicht gibt – auch, wenn es oft nach außen so scheint. Wenn wir das Nicht-Perfektsein bei uns selbst annehmen können, fällt es auch bei anderen leichter. Wir dürfen lernen, unsere Schwächen anzunehmen und als Teil unseres Ganzen zu lieben.

2. Projektionen erkennen

Oft stören uns bei anderen genau jene Anteile, die wir uns selbst nicht erlauben. Es ist unser Schatten, den wir dann auf andere projizieren: Wenn ein Mensch zum Beispiel besonders gut im Außen auftreten und sich selbst zur Schau stellen kann und uns das ärgert, kann es sein, dass wir uns selbst nicht erlauben, uns zu zeigen und für andere sichtbar zu sein.

3. Die kritische Stimme ersetzen

Menschen neigen unterschiedlich stark zur Selbstkritik – je nachdem, wie stark ihr bedingungsloses Selbstwertgefühl ausgeprägt ist, das eben unabhängig davon ist, was man darstellt, leitet oder "ist". Wer eine starke und laute kritische Stimme in sich hat, kann diese nach und nach durch liebevolle, verständnisvolle und empathische Worte und Gedanken ersetzen. So können Sie zum Beispiel innerlich wahrnehmen, wenn Sie sich selbst kritisieren und sich dann stattdessen sagen: "Es ist ok - und trotzdem und gerade deshalb bin ich in meiner Ganzheit gut".

4. Den Fokus verschieben

Ebenso verschiebt sich Ihr Selbstbild, wenn Sie Ihre Aufmerksamkeit nach und nach immer mehr auf das legen, was Sie an sich mögen anstatt alles andere immer wieder übermäßig groß erschienen zu lassen.

5. Sich von Identifikationen lösen

Menschen leiden vor allem dann, wenn sie sich zu stark mit etwas identifizieren, das sie glauben, zu sein. Manche Menschen identifizieren sich zum Beispiel so stark mit ihrem inneren Kritiker, dass sie glauben, dieser selbst als Person zu sein. Die meisten Menschen identifizieren sich auch mit bestimmten Rollen, mit denen sie ihr Selbstwertgefühl stabilisieren, zum Beispiel mit der Rolle des Firmenchefs, des Ehemanns oder der Ehefrau, mit der Rolle des Hausbesitzers oder auch mit ihrem Alter, ihrem Kontostand oder ihrer Figur. Das ist schön und gut, solange all das als "Krücke" erhalten bleibt – doch was, wenn es wegfällt und nicht mehr verfügbar ist? Was bleibt dann von der geglaubten Identität übrig? Wer sich selbst wirklich annehmen und lieben will, arbeitet innerlich daran, sich von (zu starken) Identifikationen zu lösen.

6. Fühlen

Es ist kein Zufall, dass Achtsamkeit und bewusstes Leben gerade heute zu einer globalen Bewegung geworden sind – war es doch vor wenigen Generationen noch, die etwa den Krieg und andere Traumatisierungen erlebten alles andere als üblich, über Gefühle zu sprechen. Durch gesellschaftliche Zwänge und durch die Erziehung wurde es den meisten Menschen schon früh abgewöhnt, wirklich darauf zu hören, was sie fühlen und welche Bedürfnisse sie haben. Wenn wir uns selbst akzeptieren, hören wir auf damit, all das weiter zu verdrängen. Wir hören in uns hinein und finden dort, wer wir sind und was wir brauchen, anstatt danach im Außen zu suchen - was damit einhergeht, Gefühle und Bedürfnisse zu unterdrücken und sich anzupassen. Wer heilen will, darf fühlen!

7. Das Potenzial entfalten und leben

Dies führt unweigerlich dazu, der inneren Stimme folgen zu wollen. Den Selbstakzeptanz ist die Basis, um diese überhaupt hören zu können. Die innere Stimme zeigt auch, was wir im Leben und in der Welt wirklich entwickeln und zum Ausdruck bringen wollen. Und wenn wir für uns das Beste wollen, hören wir danach und folgen diesem Ruf.