Weinen hilft bei der Stressbewältigung

Weinen hilft bei der Stressbewältigung

Eine neue Studie zeigt, wie Tränen Körper und Psyche in Balance bringen können.

Wer einmal versucht hat, Tränen zurückzuhalten, weiß, wie schwer das sein kann. Während Weinen in der Gesellschaft oft unnötig als Schwäche gesehen wird, haben neue Forschungen herausgefunden, dass Weinen die Gesundheit unterstützt: Denn Weinen setzt Energien frei, die durch Emotionen entstehen und unterstützt das Bewältigen von Gefühlen. Die Tränen fließen zu lassen trägt auch dazu bei, die innere Balance in stressigen Zeiten wieder herzustellen. Das bedeutet: Je weniger Menschen ihre Tränen zurückhalten, desto besser werden sie sich körperlich und emotional fühlen.

Emotions- und Stress-Tests anhand von Videos

Für die Studie haben Forscher der University of Queensland und der Tilberg University 197 Studentinnen befragt. Das Forschungsteam zeigte jedem Studienteilnehmer entweder ein Video, das traurig machen sollte oder ein Video, das keine Emotionen hervorrufen sollte. Jedes Video dauerte fast 18 Minuten. Nach dem Video stellten die Forscher fest, ob jeder Teilnehmer beim Anschauen des Videos geweint hatte oder nicht.

Anschließend wurde jeder Teilnehmer einem Stresstest unterzogen. Während der Studie maß das Forschungsteam kontinuierlich die Herzfrequenz und die Atemfrequenz jedes Teilnehmers sowie regelmäßig dden Spiegel des Stresshormons Cortisol.
Außerdem beantworteten die Teilnehmer Fragen, inwieweit sie zehn Emotionen erlebten und wie sie diese auf einer Fünf-Punkte-Skala einstuften.

Weinen wirkt auf die Atmung

In Bezug auf den Cortisolspiegel und die Belastbarkeit stellte die Studie keinen großen Unterschied zwischen den Versuchsgruppen fest, sehr wohl jedoch auf bei der Atemfrequenz: Während des Betrachtens der Videos neigten die Nicht-Weinenden dazu, ihre Atemfrequenz zu erhöhen, während die Weinenden dazu neigten, ihre anfängliche Atemfrequenz beizubehalten. Dies ist ein weiterer Beweis dafür, dass das Weinen helfen kann, die emotionale Erregung besser zu regulieren da es dem Freisetzen der Gefühlen dient.


Ein weiteres interessantes Ergebnis war, dass die Teilnehmer kurz vor dem Weinen einen Rückgang ihrer Herzfrequenz bemerkten, anscheinend in Erwartung des Weinens. Sobald das Weinen begann, stieg die Herzfrequenz wieder an, aber nicht höher als vor Beginn des Weinens.


Weinen ist allerdings auch eine wichtige Form, sich auszudrücken und Gefühle mitzuteilen. Es hilft aber auch dabei, sich selbst besser zu verstehen und Selbstmitgefühl zu erleben. Wer alleine weint, erzählt Sie sich selbst etwas über seinen eigenen emotionalen Zustand. Tränen sind also eine Art des Körpers, zu sagen: "Da stimmt etwas nicht" oder "Pass auf dich auf". Es ist also ein Schutzsignal des Körpers und hilft dabei, Veränderungen vorzunehmen und wieder in Balance zu kommen.

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