Wie Kinder aufwachsen, beeinflusst das Risiko für Depression

Wie Kinder aufwachsen, beeinflusst das Risiko für Depression

Das Leiden von Eltern und Geschwistern färbt auf Kinder ab, so eine neue Studie.

Das Erziehungsumfeld eines Kindes hat bedeutungsvolle Auswirkungen auf das spätere Risiko einer Depression, wie Forscher der Virginia Commonwealth University und der Lund University belegten. Die Forschungsleiter Kenneth S. Kendler und Kristina Sundquist betonen, wie wichtig eine fördernde Umgebung mit stabilen Erwachsenen für Kinder ist, damit sie sich stabilen und glücklichen Menschen entwickeln können.

Depressionen in der Familie werden weitergegeben

Die Forscher haben die Krankenakten von Geschwistern und Halbgeschwistern untersucht, bei denen zumindest ein biologischer Elternteil an Depressionen litt. Diese Kinder wurden entweder von ihren biologischen Eltern oder von sorgfältig überprüften Adoptiveltern aufgezogen. Unabhängig vom Umfeld bedeuteten jedoch Episoden schwerer Depression bei den Eltern, dass auch die Kinder anfälliger für Depressionen waren. Als hohes Risiko wurde definiert, das zumindest ein biologischer Elternteil starke Depressionen hatte.

Adoption verringert Risiko

Bei der Geschwistergruppe war das Risiko einer schweren Depression bei adoptierten Kindern um 23 Prozent niedriger als bei dem Kind, das bei der Ursprungsfamilie aufwuchs. Bei der Gruppe der Halbgeschwister war das Risiko bei adoptierten Kindern um 19 Prozent geringer. Bei beiden Gruppen verschwand die schützende Wirkung der Adoption, wenn ein Adoptivelternteil oder ein Stiefgeschwister unter schweren Depressionen litt. Das galt auch, wenn während der Kindheit oder Jugend ein Adoptivelternteil starb oder es zur Scheidung kam.
Laut den Studienautoren liefern die Forschungsergebnisse weitere Belege dafür, dass ein sehr gutes Umfeld in der Kindheit die Anzahl schwerer Depressionen bei Personen mit einem hohen familienbedingten Risiko verringern kann. Die Studie unterstützt auch Bemühungen, das Umfeld in Familien zu verbessern, die über ein hohes Risiko verfügen und damit einen Beitrag zu einer primären Prävention schwerer Depressionen zu leisten. Die Forschungsergebnisse wurden im "American Journal of Psychiatry" veröffentlicht.