Zu schön, um wahr zu sein? Nicht auf Betrüger bei der Wohnungssuche hereinfallen

Kontakt nur über E-Mail verrät Betrüger oftmals.

Kontakt nur über E-Mail verrät Betrüger oftmals.

Immobilienportale gelten als allgemein seriöse und redliche Institution. Leider sind auf den Plattformen vereinzelt aber auch Betrüger am Werk, die ahnungslose Nutzer um ihr Geld bringen wollen. Wer sich vor Immobilienbetrug schützen möchte, sollte die Maschen der Betrüger kennen und sich nicht von deren Angeboten leiten lassen, die viel zu schön klingen, als der Realität zu entsprechen.

Die Maschen der Betrüger

Die Masche unterscheidet sich kaum. Es handelt sich um Inserate, die einfach nicht überlesen werden können: 80 Quadratmeter, top ausgestattet im sechsten Wiener Bezirk. Monatsmiete 600 Euro, Betriebs- und Heizungskosten inklusive. Designerküche, Ledercouch und Traumbad, wie auf den Fotos zu sehen, versprechen Luxus pur.

Die erhoffte Wohnungsbesichtigung entpuppt sich als Fehlanzeige, denn die angeblichen Besitzer geben an, sich im Ausland aufzuhalten. Meist werden Italien, Spanien oder Skandinavien genannt.

Die Kontaktpersonen erweisen sich als redselig und berichten von überraschenden Jobangeboten, der Pflege des Onkels oder erfinden andere Geschichten. Da kein persönlicher Besichtigungstermin wahrgenommen werden kann, werden die Interessenten via E-Mail aufgefordert, einen bestimmten Geldbetrag online zu überweisen.

Meist handelt es sich um eine Kaution in Höhe des doppelten Mietzinses. Anschließend wird die Zusendung des Wohnungsschlüssels in Aussicht gestellt. Bei Nichtgefallen der Wohnung wird die Rücksendung des Betrages versprochen.

Diese Masche verfolgen beispielsweise folgende unseriöse Immobilienagenturen:

  • fan-re.com
  • ten-estate.com
  • around-re.com
  • immo.von-re.com
  • sutton-estate.com
  • wall-de.com

Die Masche ist nicht neu. Diese Liste ließe sich weiter fortführen und reicht bis in das Jahr 2016 zurück.

Wer überweist, sieht sein Geld nie wieder und erhält natürlich auch keinen Wohnungsschlüssel. Nachforschungen ergeben, dass weder die Wohnung noch der Gesprächspartner oder das genannte Immobilienbüro existieren.

Wie lassen sich Fake-Anzeigen erkennen?

Die besten Wohnungen in der Wiener Innenstadt zum Schnäppchenpreis? Statt Euphorie sollte Vorsicht überwiegen. Günstige Traumwohnungen sind rar. Wer nicht auf Internetbetrug auf Wohnungsplattformen hereinfallen will, sollte die Anzeichen kennen, die auf gefälschte Anzeigen auf Internetplattformen hindeuten:

  • unrealistisch niedriger Quadratmeterpreis
  • Fotos einer luxuriösen Einrichtung
  • deutschsprachige Anzeige, deutscher Namen der Kontaktperson, Schriftverkehr erfolgt auf Englisch
  • Kontaktperson gibt an, sich im Ausland aufzuhalten
  • Wohnungsbesichtigung wird nicht angeboten
  • Geldforderung für die Zusendung des Wohnungsschlüssels, die Anreise der Kontaktperson o. ä.

In der Regel besteht ein ausführlicher Mailverkehr. Die Nachrichten stoppen nicht, auch wenn der Wohnungssuchende bereits sein Desinteresse bekundet hat. Dabei werden belanglose Informationen vermittelt, zum Beispiel wird davon berichtet, dass der Sohn in Wien studiert oder die Ehefrau regelmäßig eine entfernte Verwandte in der Mariahilfer Straße besucht. Zeitgleich flattern nicht selten E-Mails ins Haus, die von einem vermeintlichen Millionenerbe aus dem Ausland berichten.

Die No-Gos bei der Wohnungssuche im Internet

Betrüger erschleichen sich die Aufmerksamkeit ahnungsloser Wohnungssuchender mit Offerten, die Traumwohnungen mit Luxusausstattungen zu Preisen in Aussicht stellen, die weit unter dem allgemeinen Marktwert liegen.

Ein Pool im Garten ist ein schöner Luxus.

Ein Pool im Garten ist ein schöner Luxus.

Es sollten niemals Gelder im Voraus überwiesen werden. Dies gilt für mögliche Kautionen, um der Kontaktperson die Reise nach Österreich zu ermöglichen wie auch für Reservierungen oder die Zusendung von Wohnungsschlüsseln.

Kann kein Besichtigungstermin vereinbart werden, und die Kontaktperson gibt an, im Ausland zu sitzen, sollten bereits die Alarmglocken schellen. Ist der einzige Kontakt eine anonyme E-Mail-Adresse, wird vermutlich keine seriöse Firma dahinterstecken und die Kommunikation sollte abgebrochen werden.

Tipp: Beim Betrugsverdacht kann beim Bezirksgericht Einsicht ins öffentliche Grundbuch erfolgen. So lässt sich überprüfen, ob sich der vermeintliche Eigentümer wirklich der genannten Immobilie zuordnen lässt.

Was sollten Opfer von Immobilienbetrug tun?

Wer bereits Geld überwiesen hat, sollte auf schnellstem Wege seine Bank kontaktieren. Wenn noch keine Abbuchung erfolgt ist, lässt sich die Überweisung in der Regel rückgängig machen.

Wenn das Geld bereits überwiesen wurde, sollte Strafanzeige bei der Polizei erstattet werden. Umso mehr Geschädigte aktiv werden, umso höher ist der Fahndungserfolg einzuschätzen. Allerdings geht es sich nicht immer aus und manche Fälle bleiben unaufgeklärt, da keine Rückverfolgung der Kontaktpersonen möglich ist.

Erfolgreich gegen Betrüger – so geht’s

Mit folgenden Ratschlägen lässt sich die Immobiliensuche im Internet sicherer gestalten:

  • Angebote genau unter die Lupe nehmen
  • Mietpreis und Ausstattung mit den üblichen Marktpreisen vergleichen
  • auf eine Besichtigung der Wohnung vor Ort bestehen
  • nicht auf Immobilienangebote aus dem Ausland eingehen
  • keine sensiblen Daten per Mail weitergeben (Kopien von Ausweisen, Gehaltsnachweisen, Kontodaten)
  • Angaben der Kontaktperson überprüfen
  • bei Zweifeln Nachforschungen beim Bezirksgericht anstellen
  • vorab kein Geld überweisen (Kaution, Reservierung, Besichtigung)
  • Verdachtsfälle sofort der Polizei melden, damit Betrügern das Handwerk gelegt werden kann