3 Mudras für mehr Gelassenheit und Kraft im Büro

3 Mudras für mehr Gelassenheit und Kraft im Büro

Wie Sie mit Finger-Yoga entspannen und stark werden.

Jeder von uns hat schon einmal erlebt, wie hilfreich ein tröstlicher Händedruck sein kann oder eine Hand, liebevoll auf die Schulter gelegt. Doch unsere Hände können noch viel mehr: Mit bestimmten Handhaltungen lässt sich das körperliche, geistige und emotionale Wohlbefinden positiv beeinflussen. Dieses Wissen um die Heilkraft der Hände und der Yoga-Mudras ist Tausende Jahre alt und bis heute aktuell. "Eine Mudra zu halten und sich nebenbei geistig mit der nächsten Besprechung oder der Zubereitung des Abendessens zu beschäftigen, ist wenig sinnvoll. Wenn Sie sich aber ganz auf Ihre Hände beziehungsweise die Mudra konzentrieren, dann ist das schlicht und einfach eine Meditation!", so Mudra-Expertin Stefanie Schmid-Altringer, "Und Meditieren – das ist inzwischen wissenschaftlich nachgewiesen – macht Sie gelassener, ruhiger und glücklicher."

Mudra bedeutet in der altindischen Sprache Sanskrit "Siegel" und meint damit eine durch die jeweilige Yoga-Haltung "besiegelte", sehr machtvolle und gesunde Ausrichtung unseres Denkens und Fühlens nach innen. Buddha-Statuen oder indische Gottheiten werden häufig mit bestimmten Hand- und Fingerhaltungen dargestellt, mit Mudras. Diese sind auch Bestandteil des Yoga, und östliche Gesundheitslehren gehen davon aus, dass wir mit solchen Handgesten eine positive Wirkung für uns erzielen. Seit über tausend Jahren werden Mudras wegen ihrer gesundheitsfördernden Funktion empfohlen und angewandt. "Sie ersetzen natürlich keinen Besuch beim Arzt, können aber den menschlichen Organismus oder einen Heilungsprozess positiv beeinflussen und Krankheiten verbeugen. Dabei wirken sie immer ganzheitlich auf emotionaler, geistiger und körperlicher Ebene", sagt Schmid-Altringer. Hier sind drei Mudras, die Sie jederzeit und überall anwenden können:

Gyan-Mudra

Die Mudra für Ruhe und Klarheit

Diese Mudra stärkt vor allem Ihre mentale Kraft und sorgt dafür, dass Sie einen klaren Kopf bekommen oder behalten, wenn Sie nervös oder aufgewühlt sind. Sie zählt zu den häufigsten Handhaltungen im Yoga.

So geht's

Führen Sie die Spitzen von Daumen und Zeigefinger einer Hand zusammen, sodass Sie sich ganz natürlich und entspannt berühren. Die restlichen drei Finger werden locker gehalten, sind aber leicht gestreckt. Die Arme liegen im Sitzen locker auf den Oberschenkeln, im Stehen sind sie leicht angespannt und hängen nach unten.

Das bringt’s:

• Fördert die Konzentration
• Hilft bei Schlafstörungen, Nervosität,
hohem Blutdruck und Depressionen
• Unterstützt bei der Entwöhnung, wenn das Verlangen (etwa nach einer Zigarette oder nach Schokolade) zu groß wird

Mögliche Affirmationen:

Ich versuche, ruhig zu bleiben. Ich konzentriere mich jetzt. Ich bin getragen.
Auch wenn das Leben gerade mal wieder Achterbahn fährt, kann Ihnen diese Mudra das Gefühl näherbringen, dass Sie (Zeigefinger) immer auf eine helfende Macht (Daumen) zurückgreifen können. Ihre Handhaltung symbolisiert dabei, dass die- se tröstliche Wahrheit über die alltäglichen Sorgen weit hinausgeht (gestreckte Finger).

Tse-Mudra

Die Mudra gegen Wut und Depression

Ärger ist nicht salonfähig, und manchmal akzeptieren wir selbst es nur schwer, wütend zu sein. Unterdrückte Aggressionen bewirken aber, dass der Körper angespannt bleibt. Mit dieser "Cool-down-Mudra" können Sie Dampf ablassen.

So geht's

Legen Sie den Daumen in die Handfläche derselben Hand und umschließen Sie ihn mit den anderen vier Fingern. Sind Sie so richtig wütend, hilft das Pulsieren: Faust für acht bis zehn Sekunden anspannen und die Spannung dann langsam wieder lockern. Nach acht bis zehn Sekunden wieder anspannen – und so weiter. Dieses An- und Entspannen können Sie wiederholen, sooft Sie möchten. Führen Sie die Mudra am besten mit beiden Händen aus.

Das bringt’s:

• Dampf ablassen bei Wut
• Sehr hilfreich bei Depressionen, da diese oft mit uneingestandenen Aggressionen einhergehen
• Harmonisiert laut TCM die bei Zorn oft stark beanspruchte Leber- und Verdauungsenergie

Mögliche Affirmationen:

"Ich spüre meine Wut und akzeptiere sie."
(Achten Sie hier auf Ihre Atmung. Atmen Sie ein bei "Ich spüre meine Wut", atmen Sie aus bei "und akzeptiere sie".)
"Alle Spannungen in meinem Körper lösen sich auf."
"Ich lasse meine Wut los."
Sie können die Tse-Mudra ganz unauffällig ausführen, wenn Sie die Hand oder die Hände in die Hosen- oder Manteltasche stecken. Während des Joggens ausgeführt, hilft diese Mudra besonders gut. Wichtig ist, dass Sie die Wut mit der Tse-Mudra nicht einfach "beseitigen" wollen. Nehmen Sie das Gefühl wahr, erst dann lassen Sie es los. Außerdem können Sie diese Mudra gut anwenden, wenn Sie krank im Bett liegen und Spannungen sich nicht lösen wollen. Die Tse-Mudra ist auch für Kinder gut geeignet, die zu Wutausbrüchen oder Jähzorn neigen. Zeigen Sie Ihrem Sprössling diese Mudra, und raten Sie ihm, sie immer dann anzuwenden, wenn Wut oder Zorn aufkommen wollen.

Sampurna-Mudra

Mudra der Erneuerung

Gestaute Energie verursacht oder verstärkt Krankheiten. Das gilt für alle Organsysteme gleichermaßen. Erst wenn sich die Stauung auflöst, können Ihre Körperflüssigkeiten oder Energien wieder fließen. Die Sampurna-Mudra unterstützt diesen Prozess.

So geht's

Legen Sie Ihre Hände vor der Brust aneinander und verschränken Sie die Finger. Strecken Sie dann beide Zeigefinger, sodass sie aneinanderliegen und parallel zu Ihrem Oberkörper senkrecht nach oben zeigen.

Das bringt’s:

• Löst Blockaden
• Gut bei Erkältung mit verstopfter Nase
und Nasennebenhöhlenentzündung
• Aktiviert das Lymphsystem und hilft so zu entgiften
• Unterstützt die Darmtätigkeit

Mögliche Affirmationen:

"Ich bin ganz im Hier und Jetzt."
"Ich vertraue auf meine Selbstheilungskräfte."
"Jede Zelle regeneriert sich."
Durch die Stau und Blockaden lösende Wirkung der Sampurna-Mudra kann zum Beispiel das Schnupfensekret bei Nasennebenhöhlenentzündungen besser abfließen. Sie aktivieren mithilfe dieser Mudra auch Verdauungsenzyme, und sie hilft, wenn nötig, unterdrückte Trauer besser zu lösen. Außerdem regen Sie mit dieser Mudra die Reflexzonen Ihres Lymphsystems an, das den Körper entgiftet. Diese liegen an der Außenseite der Kuhlen zwischen den Fingern. Und Sie regen die Energieleitbahn (Meridian) des Dickdarms an, die am Zeigefinger verläuft. Nach der TCM-Lehre entscheidet sie über Ihre Fähigkeit, körperlich, aber auch seelisch Unverdauliches auszuscheiden oder in et- was Gesünderes umzuwandeln.

Noch mehr Mudras:

"Die Mudra-Box", Dr. med. Stefanie Schmid-Altringer, GU Verlag, € 18,00


Popstars wie Madonna machen sie, Wirtschaftsbosse wie Bill Gates machen sie und alle schwören auf ihre positive Wirkung. Doch was hat es denn eigentlich auf sich mit den Mudras, diesen Handyoga-Gesten, die in der hinduistischen und buddhistischen Praxis seit Jahrhunderten eingesetzt werden? Wie und warum wirken sie und wie können wir sie auch im Alltag für unser körperliches und geistiges Wohlbefinden nutzen? Die Mudrabox, in der sich ein ausführliches Buch und 43 praktische Übungskarten befinden, beantwortet diese Fragen fundiert und zeitgemäß. Unter den drei Kategorien Entspannen, Kraft spüren und gesund werden findet jeder schnell die Mudras, mit denen er sich wirkungsvoll unterstützen kann. Und wer mag, kann sich die entsprechenden Karten als Gedächtnisstütze in die Tasche stecken, auf den Schreibtisch oder das Nachtkästchen legen.